Baselbiet
Basel-Landschaft: Ein Kanton auf dem Weg ins Altersheim

In den beiden Basel lebt sichs immer länger. Ende letzten Jahres waren schon 5,9 Prozent der Bevölkerung 80 Jahre und älter. Damit hat sich der 80er-Klub innerhalb eines Jahrzehnts um ein Drittel vergrössert.

Leif Simonsen
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Dank den Senioren gibt es einen Bevölkerungszuwachs trotz abnehmender Geburtenrate.

Dank den Senioren gibt es einen Bevölkerungszuwachs trotz abnehmender Geburtenrate.

Keystone

Wie aus dem vierten Bericht «Wirtschaft beider Basel» hervorgeht, altert besonders das Baselbiet schnell: Im Landkanton stieg die Zahl der Über-79-Jährigen innerhalb von 10 Jahren gleich um 50 Prozent. Bedächtiger geht der demografische Wandel in Basel-Stadt voran: Hier gab es in diesem Alterssegment nur eine Zunahme von 13,3 Prozent. Während im Baselbiet auch die Zahl der «jüngeren» Senioren über 65 um 22,8 Prozent stieg, ging hier die Zahl in Basel-Stadt sogar um 8,8 Prozent zurück.

Stimmen die Prognosen der statistischen Ämter, wird das Baselbiet zukünftig so etwas wie das Altersheim der beiden Basel sein. «Bei den unter 64-Jährigen werden Abnahmen erwartet», ist dem Bericht zu entnehmen. Dieser sagt voraus, dass die Gruppe der Rentner im Baselbiet bis 2025 um nicht weniger als 45,8 Prozent steigen wird - während dessen im Stadtkanton lediglich eine Zunahme von 6,5 Prozent erwartet wird.

Thomas von Allmen vom Bereich Gesundheitsversorgung Basel-Stadt streicht einen wichtigen Grund heraus: den höheren Ausländeranteil in der Stadt. «Wir haben zwar keine Zahlen vorliegen, aber bei den Ausländern ist die Geburtenrate bedeutend höher.» Gemäss dem Baselbieter Kantonsstatistiker Johann Christoffel ist die Alterung des Baselbiets kein neuer Trend: «Dieses Phänomen ist keine Erscheinung der jüngsten Vergangenheit, sondern konnte schon vor 20 Jahren beobachtet werden». Damals hatte der Landkanton noch 13 Prozent Über-65-Jährige. Heute ist fast jeder fünfte Baselbieter in diesem Alter - gleich viel wie in Basel.

300000 Einwohner im Jahr 2035

Vereinfacht kann gesagt werden: Basel-Stadt wächst wegen der Zuzüge der Ausländer, Baselland wegen der Zuzüge pensionierter Basler. In den letzten zehn Jahren verlegten 22700 Menschen ihren Sitz aus dem Ausland nach Basel - die meisten davon, 11700, aus Deutschland. Vom Rheinknie ins Ausland will demgegenüber kaum jemand ziehen: Lediglich 1500 Basler verliessen in den Jahren 2001 bis 2010 das Land. Eine weit beliebtere Zügeldestination ist da das Baselbiet. Hierher setzten sich gleich 10700 Basler ab.

Trotz abnehmender Geburtenrate gehen die statistischen Ämter von einer Bevölkerungszunahme in den beiden Halbkantonen von 23 400 Personen aus. Basel tastet sich somit wieder an die 200000er-Grenze heran. «Im hohen Szenario wird dies erstmals im Jahr 2018 der Fall sein, im tiefen nicht vor dem Jahr 2035», sagt ein Mitarbeiter des Statistischen Amts in Basel-Stadt. Auf der Jagd nach der nächsten 100000er-Grenze sind die Baselbieter den Baslern aber auf den Fersen. Im mittleren Szenario rechnet das Bundesamt für Statistik vor, dass bis zum Jahr 2035 im Baselbiet 299 000 Menschen leben.

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