Wirtschaft
Basel will endlich aufholen und eröffnet dafür einen Technologiepark

Im Juni öffnet der Technologie Park Basel seine Tore. Damit sollen innovative Jungunternehmen Unterschlupf finden. Basel müsse in der Hochtechnologie endlich gegenüber Zürich und der Westschweiz aufholen, finden Wirtschaftsexponenten.

Daniel Haller
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«Speziell ärgerlich ist, dass wir bei Neugründungen und Neuansiedlungen in Wirtschaftszweigen, in denen wir eigentlich stark sind – also etwa Life Sciences, Chemie oder Nanotechnologie – noch nicht dort stehen, wo wir könnten», betonte der für die Basler Wirtschaft zuständige Regierungsrat Christoph Brutschin. An der Pressekonferenz zur Eröffnung des Technologie Parks Basel stellte er gestern fest, dass bisher Hightech-Firmen eher an Standorten in den USA, in Skandinavien und Asien sowie in Zürich und am Arc Lémanique gegründet werden.

Jetzt will Basel aufholen. Noch sind zwar die für den Technologie Park Basel im Stücki Business Park in Kleinhüningen gemieteten Räume leer. Doch im Juni wird der Technologie Park als das «zentrale Element der Strategie, mehr Gründungen und Ansiedlungen anzuregen» (Brutschin) den Betrieb aufnehmen.

Spezielle Bedingungen

Im Gegensatz zu EVA und Inkubator (siehe Kasten) sollten Unternehmen im Technologie Park ihr Geschäftsmodell bereits entwickelt haben. So kommen auch Ansiedlungen aus dem Ausland infrage. «Sie sollen sich auf das Wesentliche, nämlich die Entwicklung und das Wachstum ihrer Firma, konzentrieren können», erklärte Projektleiter Christof Klöpper. Den Start-ups bietet der Technologie Park deshalb eine Reihe spezieller Bedingungen für den Start:

Die Mieten entsprechen zwar Marktpreisen. Doch sind die Verträge flexibel, sodass ein Jungunternehmen sich rasch und unkompliziert vergrössern oder auch verkleinern kann. Um ständig über Raumreserven zu verfügen, werden die Flächen nicht vollständig vermietet.

Wie auch in anderen Gründungszentren teilen sich die Firmen Infrastrukturen wie Sitzungszimmer, Empfang, Serverraum, Kaffeeküche etc. Gerade letztere soll dem wichtigen Austausch zwischen den jungen Firmen dienen.

Der Technologie Park bietet eine Labor- und Büro-Infrastruktur, sodass sich die Unternehmen in ihrer Startphase nicht um Chemikalienentsorgung, Entlüftung oder IT-Netzwerk kümmern müssen.

Bund beteiligt sich

Der Ausbau der 1500 Quadratmeter kostete rund 3 Millionen Franken. Der Kanton rechnet mit jährlichen Betriebskosten bis zu 370000Franken, wovon der Löwenanteil die Miete ausmachen wird. Neben dem Kanton Basel-Stadt hat sich das Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) mit einem zinslosen Darlehen beteiligt.

Zielgruppe sind nicht ausschliesslich Firmen der Life Sciences oder der Chemie, sondern auch der Medizinaltechnik, der Nano-, Umwelt- und Energietechnik, die Labor- oder Werkstatträume benötigen. Wer für den Start nur ein Büro braucht, dürfte im Business Parc in Reinach, an dem sich Basel-Stadt weiterhin beteiligen wird, besser bedient sein.

«Die Investition in den Technologie Park wird sich für den Kanton lohnen», zeigte sich gestern Ulf Grawunder, Forschungsleiter des ersten Mieters 4-Antibody AG überzeugt. Denn eine Start-Up-Kultur werde viele Hochtechnologie-Firmen und entsprechend Kapital und Talente anziehen. Davon würden auch die bereits ansässigen Firmen profitieren.