Baselbieter Arbeitsmarkt
Zunahme bei Langzeitarbeitslosen trübt die Bilanz

In der ersten Jahreshälfte 2021 ist die Zahl der Arbeitslosen in Baselland sukzessive zurückgegangen. Es werden jedoch mehr Langzeitarbeitslose gezählt.

Simon Tschopp
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Die Zahl der Arbeitslosen im Baselbiet hat sich im ersten Semester dieses Jahres kontinuierlich reduziert. Auch sind immer weniger Beschäftigte von Kurzarbeit betroffen. Dagegen werden im Kanton vermehrt Langzeitarbeitslose registriert. Diese Angaben machte neulich das Statistische Amt Baselland bekannt.

Von 2,9 auf 2,3 Prozent

Die hiesige Arbeitslosenquote betrug im vergangenen August wie schon im Monat zuvor 2,3 Prozent. Zu Beginn des laufenden Jahres lag die Quote noch bei 2,9 Prozent. Diese hat sich seither gemäss dem üblichen saisonalen Verlauf in der ersten Jahreshälfte sukzessive verringert.

Getrübt wird die Bilanz jedoch beim Blick auf die Langzeitarbeitslosen: Im August zählte man in Baselland 845 Frauen und Männer.

Damit ist zurzeit rund jede vierte arbeitslose Person seit mehr als einem Jahr ohne Arbeitsstelle. Zum selben Zeitpunkt im Vorjahr war es noch jede siebte Person. Die Langzeitarbeitslosigkeit reagiert zeitversetzt zur konjunkturellen Entwicklung. Ihr Anteil ist deshalb erst letztes Frühjahr stärker angestiegen und widerspiegelt damit die allgemeine Verschlechterung der Arbeitsmarktsituation während des ersten Lockdowns ein Jahr zuvor.

Entschädigungen stabilisierten Arbeitsmarkt

Als langzeitarbeitslos gelten sämtliche Personen, die seit mehr als einem Jahr arbeitslos gemeldet sind. Seit jeher am stärksten davon betroffen sind Leute ab 50 Jahren. Von den Arbeitslosen in diesem Alter ist momentan jede dritte Person über ein Jahr arbeitslos. Im Verlauf der Pandemie hat sich das Problem aber insbesondere bei den 25- bis 49-Jährigen verschärft.

Ein wichtiges Instrument, um den Arbeitsmarkt zu stabilisieren, ist die Auszahlung von Kurzarbeitsentschädigungen. Seit Anfang der Coronakrise – von März 2020 bis Juni 2021 – wurden im Baselbiet fast zehn Millionen Ausfallstunden im Wert von 247 Millionen Franken abgerechnet. Auf dem Höhepunkt während des Lockdowns im April letzten Jahres waren hier über 29'000 Arbeitnehmende in Kurzarbeit, fast jede fünfte beschäftigte Person. Laut den neusten Daten für vergangenen Juni befinden sich noch etwa 3300 Arbeitnehmende in Kurzarbeit.

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