Startup
Baselbieter entwickeln eine Online-Wunschliste

Gwish heisst das neue Projekt, welches ein paar Kumpels entwickelt haben, um das Schenken zu vereinfachen. Romantisch ist das zwar nicht, aber so kann Enttäuschungen vorgebeugt werden. Nächste Woche wird die Website lanciert.

Julia Gohl
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Gwish.ch soll dazu beitragen, dass unter dem Weihnachtsbaum auch immer das liegt, was gewünscht wurde.

Gwish.ch soll dazu beitragen, dass unter dem Weihnachtsbaum auch immer das liegt, was gewünscht wurde.

Keystone/LAURENT GILLIERON

Bei den Detailhändlern hat Weihnachten schon längst Einzug gehalten. Doch für die meisten ist die Adventszeit noch weit weg. Nicht so für Thomas Friedli. In seinem Kopf herrscht schon seit über einem Jahr Weihnachten. Zusammen mit Freunden hat der Röschenzer eine Online-Wunschliste entwickelt, die seit September als Beta-Version online ist und am kommenden Dienstag – natürlich ganz bewusst mit Blick auf die bevorstehende Weihnachtszeit – live geht.

Das Bedürfnis nach einer solchen Liste erkannte Friedli beim Wichteln in der Familie. «Ich wünschte mir ein kleines Beil, das ich zum Grillieren mitnehmen kann», erzählt der 34-Jährige. «Stattdessen schenkte mir mein Vater eine Monsteraxt, die wohl eher für eine mittelalterliche Schlacht geeignet wäre.» Es müsste doch möglich sein, seine Wünsche viel präzisier weiterzugeben, dachte sich Friedli und besprach das Thema mit seinen Freunden. Gemeinsam entstand die Idee für eine Online-Wunschliste. «Meine Freunde und ich entwickeln immer wieder Ideen und haben in Gedanken sicher schon hundert Firmen gegründet. Aber dieses Mal sagten wir uns: Das müssen wir einfach umsetzen.» Gesagt, getan: In ihrer Freizeit bauten die Freunde Gwish.ch auf.

Von der Liste direkt zum Shop

Das Besondere an der Wunschliste, so erklärt Friedli, sei die Verknüpfung mit zurzeit über 50 verschiedenen Online-Shops. Das heisst: Der User sucht das genaue Produkt aus, das er haben möchte, und setzt es auf seine Wunschliste. Diese teilt er mit Familie und Freunden, die wiederum mit ein paar Mausklicks den Wunsch erfüllen können. Der Wunsch erscheint auf der Liste fortan an als erfüllt, womit keine Gefahr mehr besteht, dass der Beschenkte zweimal dasselbe erhält.

«So eine Liste ist vielleicht weniger romantisch, als jemandem die Wünsche von den Lippen abzulesen», gesteht Friedli, Verwaltungsratspräsident von Gwish.ch. «Aber dafür ist man sicher, dass man genau das verschenkt, was sich jemand wünscht.» Für Kinder sei dies meist völlig normal, während Erwachsene oft Hemmungen hätten, spezifische Wünsche zu äussern. «Dabei wären Schenkende manchmal froh darum.»

Genau deshalb heisse die Seite auch «Gwish». Das stehe für «give a wish» («Gebe einen Wunsch»), was bewusst zweideutig sei. «Es nimmt einerseits Bezug drauf, dass man jemandem einen Wunsch erfüllen kann. Aber auch darauf, dass man jemandem, der verzweifelt nach einem geeigneten Präsent sucht, einen genauen Wunsch schenkt. Gerade Männern macht man damit oft einen Riesengefallen.»

Projekt mit Garagen-Geruch

Lanciert wird Gwish.ch, das auch für Gelegenheiten wie Geburtstage und Hochzeiten konzipiert ist, auf Weihnachten hin, um erste Erfahrungen zu sammeln und eventuell kleine Anpassungen vorzunehmen. «Ideen haben wir noch viele», verspricht Friedli. Die Online-Wunschliste, die in den nächsten Tagen auch in den App-Stores von Apple und Google erhältlich sein wird, habe ganz bewusst noch den Geruch eines Garagen-Projekts, das sich weiterentwickelt.

Für Nutzer ist die Wunschliste gratis. Dank Provisionen, welche die eingebundenen Online-Shops an gwish.ch zahlen, kann die Seite aber auch finanziell rentieren. Dies soll gemäss Businessplan der Gwish-Macher bereits 2017 der Fall sein.