BLKB
Baselbieter Kantonalbank: Hätte ihr die ASE-Pleite auch passieren können?

Eine konservative Verwurzelung im klassischen Kantonalbankmodell hat die Basellandschaftliche bisher vor gröberen Problemen bewahrt. Im Gegensatz zum baselstädtischen Pedant operiert sie in einem geografisch begrenzten Raum.

Daniel Haller
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Die BLKB operiert im Gegensatz zur BKB vor allem in der Nordwestschweiz.

Die BLKB operiert im Gegensatz zur BKB vor allem in der Nordwestschweiz.

Keystone

Keine Schadenfreude in Liestal über die Probleme, in denen die Basler Kantonalbank (BKB) mit dem ASE-Skandal (bz von gestern) steckt. Die Baselbieter Kantonalbank (BLKB) will aktuell ausdrücklich nicht begründen, weshalb sie selbst nicht in eine solche Lage geraten ist: «Wir möchten uns nicht mit anderen vergleichen», erklärt BLKB-Sprecher Christoph Loeb.

Unterschiedliche Gesetze

Also bleibt nur die Spurensuche ausserhalb der Bank, beispielsweise in den beiden Kantonalbank-Gesetzen: Sowohl in Basel wie in Liestal bezeichnet das Gesetz die jeweilige Kantonalbank als «Universalbank». Doch im Baselbieter Gesetz heisst es dann: «Der geografische Geschäftskreis der Bank erstreckt sich auf die Wirtschaftsregion Nordwestschweiz.» Darüber hinaus sind Geschäfte im Rest der Schweiz und im Ausland «zulässig, soweit der Bank daraus keine besonderen Risiken erwachsen». Im Basler Gesetz fehlt hingegen von Beginn weg eine geografische Einschränkung, vielmehr heisst es: «Die Bank tätigt im In- und Ausland alle Bankgeschäfte, die der Betrieb einer Universalbank üblicherweise mit sich bringen kann.»

Unterschiede bei den Bankräten

Weiter sticht ins Auge, dass in den beiden Kantonen die Bankräte unterschiedlich ausgesucht werden: In Basel zählt man zwar ausführlich auf, wofür der Bankrat zuständig ist. Zur Qualifikation der Bankrätinnen und -räte steht jedoch nichts im Gesetz. Und da die Bankräte vom Grossen Rat gewählt werden, ist die Zusammensetzung des Bankrats eine Frage der politischen Kräfteverhältnisse.

Im Baselbiet hingegen sind die Aufgaben des Bankrats vergleichsweise kurz umrissen. Dafür heisst es dann: «Die Mitglieder des Bankrates sollen wirtschaftliche Zusammenhänge kennen, unternehmerisch denken und über allgemeine Kenntnisse des Bankgeschäftes oder andere für die Bank wichtige Kompetenzen verfügen.» Und in der Verordnung lesen sich die Anforderungen wie ein Stellenprofil einer Stellenanzeige: abgeschlossenes Studium oder mehrjährige Erfahrung in Unternehmensführung respektive im Finanzsektor oder in der Revision. Ein Mitglied der Regierung gehört dem Bankrat an. Gewählt wird zwar wie in der Stadt im Parlament. Doch ist der Landrat an die Vorschläge der Regierung gebunden.

Dies alles schrieb man im Landkanton bei der Revision 2004 ins Gesetz – und zwar, wie damals die Finanzkommission in ihrem Bericht zusammenfasste, «aufgrund der in der Vergangenheit bei diversen Kantonalbanken registrierten Ungereimtheiten sowie der Tatsache, dass die heutige Regelung noch aus einer Zeit stammt, als die Bankgeschäfte weniger riskant und komplex waren.» Das Basler Kantonalbankgesetz datiert hingegen von 1994.

«Machen nur, was wir verstehen»

Der Vergleich der Gesetze liefert keine direkten Ursachen für die aktuellen Basler Probleme. Doch gibt er Aufschluss über unterschiedliche Kulturen: nicht nur in den Banken selbst, sondern auch in deren unmittelbarem politischem Umfeld. «Wir üben keinen Performance-Druck auf die Kantonalbank aus», lässt der Baselbieter Finanzdirektor Adrian Ballmer ausrichten. «Vielmehr legen wir Wert auf ein gutes Risiko-Management.» Oder wie es BLKB-Geschäftsleitungspräsident Beat Oberlin an früheren Pressekonferenzen ausdrückte: «Wir machen nur jene Geschäfte, die wir verstehen.»