Kantonsspital
Baselbieter Kantonspitäler setzen auf Spezialisierungen

Alle drei Standorte des Kantonsspitals Baselland sollen sich spezialisieren. Dies zusätzlich zur Grundversorgung. Der Verwaltungsrat will damit die Standorte Liestal, Bruderholz und Laufen und das Kantonspital Baselland als ganzes stärken.

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Auch der Standort des Baselbieter Kantonsspital auf dem Bruderholz sollt gestärkt werden.

Auch der Standort des Baselbieter Kantonsspital auf dem Bruderholz sollt gestärkt werden.

Nicole Nars-Zimmer

Die künftige Ausrichtung des aus der Zusammenführung der drei Spitäler Liestal, Bruderholz und Laufen entstandenen Kantonsspitals Baselland (KSBL) steht fest: Zusätzlich zur Grundversorgung sollen sich alle drei Standorte mit Spezialisierungen profilieren.

Drei Monate nach dem Volks-Ja zur Verselbständigung der Baselbieter Spitäler hat der von Dieter Völlmin präsidierte Verwaltungsrat am Dienstag aufgezeigt, wie sich das KSBL als öffentlich-rechtliche Anstalt in Zukunft behaupten soll. Für Liestal bedeute die Strategie eine Weiterentwicklung, fürs Bruderholz und Laufen eine Stärkung.

Liestal bleibt Zentrum für koplexe Behandlungen

Für Liestal sieht der Verwaltungsrat die Fortsetzung des aus seiner Sicht erfolgreichen Wegs vor. Das bedeutet, dass sich das Spital am Kantonshauptort neben der erweiterten Grundversorgung weiterhin auf komplexe Orthopädie, Tumorbehandlungen und den Herz- Kreislauf mit dem Herzkatheterlabor konzentrieren soll.

Das Bruderholz mit dem grössten Einzugsgebiet und der grössten Betriebsfläche aller drei Krankenhäuser soll sich in Orthopädie und allgemeiner Chirurgie auf Eingriffe mit schnellen Behandlungswegen konzentrieren. Hohe Fallzahlen sollen dabei die Qualität sichern und gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit fördern.

Die zweite Spezialisierung für das Bruderholz bildet das Reha- Zentrum für geriatrische, neurologische und muskuloskelettale Rehabilitation, das weiter ausgebaut werden soll. Zusätzlich wird das Bruderholz als Spezialisierung das Angebot für die Frau leiten und in allen drei Häusern unterschiedlich stark anbieten.

Laufen neu mit Schmerzklinik

In Laufen hat sich der Verwaltungsrat neben der Grundversorgung für eine ambulante und stationäre Schmerzklinik als Spezialisierung entschieden. Diese innovative und gefragte Disziplin, mit der sich in Laufen bereits mehrere Fachkräfte befassen, hat aus Sicht des Verwaltungsrats «zukuftsweisendes Potenzial».

Seine Strategie habe der Verwaltungsrat nicht im luftleeren Raum erarbeitet, sagte Präsident Völlmin. Das kantonale Spitalgesetz habe die drei Standorte vorgegeben. Zu berücksichtigen gegeben habe es zudem die Vorgaben der Regierung in der Eigentümerstrategie und beim Spital Laufen auch den Laufentalvertrag.

Bruderholz bleibt wichtiger Standort

Das Bruderholz sei und bleibe auch nach dem Scheitern des Gross- Projekts für einen Neubau samt gemeinsamem Geriertriespital mit Basel-Stadt ein wichtiger Standort innerhalb des KSBL, sagte Völlmin. Das Spital in Bottmingen solle nun im Zuge der Umsetzung der Stratgie auf das Leistungsangebot bezogen nachhaltig saniert und bei Bedarf auch um Neubauten ergänzt werden.

Heinz Schneider, bisher Direktor des Kantonsspitals Liestal und neu CEO des KSBL, zeigte sich mit der Strategie des Verwaltungsrats zufrieden. Sie bilde den Grundstein für eine erfolgreiche Zukunft, in der sich das KSBL mit seinem Leistungsangebot und der Qualität in dem durch die freie Spitalwahl ausgelösten Wettbewerb unter den Krankenhäusern profilieren wolle.