Gesundheit
Baselbieter Kantonsspitäler: mehr Patienten, weniger Staatsgeld

Die drei Baselbieter Kantonsspitäler und die Kantonalen Psychiatrischen Dienste haben 2010 mehr Patientinnen und Patienten behandelt als im Jahr zuvor. Den Kanton hat das indes weniger gekostet.

Merken
Drucken
Teilen
Herzkatheterlabor im Kantonsspital Liestal (Symbolbild)

Herzkatheterlabor im Kantonsspital Liestal (Symbolbild)

bz Basellandschaftliche Zeitung

In den Kantonsspitälern Bruderholz, Liestal und Laufen sowie in den Kantonalen Psychiatrischen Diensten wurden 2010 insgesamt 32'160 Patientinnen und Patienten stationär behandelt. Das sind 2,5 Prozent mehr als 2009, wie am Mittwoch an einer Medienkonferenz der Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion (VGD) verlautete.

Die Zahl der ambulant behandelten Patientinnen und Patienten Patienten nahm derweil um 3 Prozent auf 88'978 zu. Gleichzeitig wuchs die Zahl der Pflegetage prozentual weniger stark als die Patientenzahlen: Sie erhöhte sich lediglich um 1,7 Prozent auf 388'097 Tage.

Weiter zugelegt hat zudem in allen vier Institutionen die Bettenbelegung: Bei den Psychiatrischen Diensten stieg sie auf 97,1 (+1,7) Prozent, im Bruderholspital auf 89,9 (+1,8), im Kantonsspital Liestal auf 88,6 (+2) und im Kantonsspital Laufen auf 85 (+11,3) Prozent.

Trotz mehr Patientinnen und Patienten erreichte aber der Globale Staatsbeitrag, den der Kanton zu leisten hat, 146,2 Mio. Franken - das sind 11,5 Mio. Franken weniger als die vom Kanton budgetierten 157,7 Mio. Franken. Auch gegenüber der Rechnung 2009 sank der Staatsbeitrag, und zwar um 3,5 Prozent.

Zwick: gute Entwicklung

Zur Unterschreitung der Budgetvorgabe trugen alle vier Häuser bei. Im Vergleich mit dem Jahr 2009 beanspruchte zudem einzig das Bruderholzspital etwas mehr, jedoch nicht soviel wie budgetiert. Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektor Peter Zwick sprach denn auch von einer «sehr guten, positiven Entwicklung».

«Man könnte meinen, wir hätten zu gut budgetiert», sagte Zwick weiter. Dem sei aber nicht so: Vielmehr stieg über alle vier Institutionen gesehen der Aufwand zwar um 1,8 Prozent auf 523,2 Mio. Franken, der Ertrag jedoch um 4 Prozent auf 377,2 Mio. Franken und damit prozentual viel deutlicher.

Die Zunahme der Patientenzahlen sei dabei wichtig; denn sie zeugten von guter Qualität der Spitäler, sagte Zwick. Die Pflegedauer werde gleichzeitig immer kürzer. Laut der VGD weisen die Zahlen zudem auf ein gutes Kostenbewusstsein hin. Bei einzelnen Häusern spielten auch Sonderheiten eine Rolle wie etwa der Ausbau der Radiologie in Laufen.

Die Beschäftigtenzahl blieb derweil mit einem Plus von 1 Prozent auf 4'580 praktisch stabil. Wesentlich für den leichten Anstieg waren die 423 Personen in Ausbildung - 15,6 Prozent mehr als 2009. Die drei Kantonsspitäler und die Kantonalen Psychiatrischen Dienste sind einer der grössten Anbieter von Ausbildungsplätzen im Kanton.

Bruderholz-Entscheid 2012

Stellung nahm Zwick auch zum Stand der Neubaupläne fürs Bruderholspital. Die Überprüfung des Projekts werde bald abgeschlossen. Im Gang seien Verhandlungen mit tarifsuisse, einer Tochter des Krankenkassenverbandes santésuisse, zur Frage, wieviel der Fallkostenpauschale als Gebäudeanteil verwendet werden kann.

Zwick will die Arbeiten an der Vorlage im laufenden Jahr abschliessen und hofft auf einen Beschluss über den auf politischer Ebene umstrittenen Bau im kommenden Jahr. «Wir brauchen das Spital, und wir werden das Spital bauen», sagte er.