Öffentlicher Verkehr
Baselbieter Komitee für den Erhalt des Läufelfingerlis

Im Homburgertal formierte sich eine Gruppe für den Erhalt des Regionalzugs. Im Kanton Solothurn gibt es eine solche schon seit einem halben Jahr.

Dimitri Hofer
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(Archiv)

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Kenneth Nars

Nach seinem Rücktritt aus dem Landrat auf Ende November hat Jürg Degen kürzlich ein neues Amt gefasst. Der Itinger soll in den kommenden Monaten zum sogenannten «Mr. Läufelfingerli» werden. Seit wenigen Tagen steht er einem Baselbieter Komitee für den Erhalt des Regionalzugs vor.

Wie die «Volksstimme» berichtet, wurde die Gruppe Mitte Dezember gegründet. «Unser Ziel ist, dass die S9 in irgendeiner Form weiter besteht», sagt Degen gegenüber der bz. Dem Komitee sei aber auch klar, dass der Status quo wohl nicht aufrechterhalten werden könne. Die Baselbieter Regierung hat vor, das schwach frequentierte Läufelfingerli durch Busse zu ersetzen. Die Vorlage ist Teil des achten Generellen Leistungsauftrags für den öffentlichen Verkehr für die Jahre 2018 bis 2021. Mit einer Aufhebung des Zuges zwischen Sissach und Olten könnte der Kanton Baselland pro Jahr rund 840 000 Franken einsparen.

Landrat berät über die Vorlage

Die Verantwortlichen des Komitees suchen momentan Politiker, die sich in der Gruppe engagieren. «Uns ist wichtig, dass das Komitee möglichst breit abgestützt ist», erklärt Degen. Es sei gelungen, den SVP-Nationalrat Thomas de Courten und Ständerat Claude Janiak (SP) zu gewinnen. Man werde versuchen, die übrigen Baselbieter Bundesparlamentarier auch zu überzeugen.

«Am wichtigsten ist jedoch, was im Landrat geschieht», wirft Degen einen Blick in die nahe Zukunft. Momentan berät die parlamentarische Bau- und Planungskommission über die Vorlage. Im Anschluss kommt das Geschäft ins Baselbieter Parlament. Dem Komitee gehören mit Peter Riebli (SVP), Susanne Strub (SVP), Martin Rüegg (SP) und Florence Brenzikofer (Grüne) derzeit vier Landräte an.

Deutlich mehr kantonale Parlamentarierinnen und Parlamentarier engagieren sich im Kanton Solothurn, in welchem seit Juni ein eigenes Komitee für den Weiterbetrieb des Läufelfingerli besteht. Die S9 hält in der Solothurner Ortschaft Trimbach und endet anschliessend in Olten. «Wir haben 30 Kantonsräte in unseren Reihen», sagt Felix Wettstein. Der Oltner Grünen-Kantonsrat ist Co-Präsident des Komitees, das momentan 120 Mitglieder hat. Dessen Ziel ist klar: Ein Fortbestehen des Läufelfingerli in seiner derzeitigen Form. «Die Fahrtzeiten müssten aber geändert werden, da der Anschluss in Olten an den Fernverkehr nicht gewährleistet ist.»

Über die Gründung des Schwester-Komitees aus dem Baselbiet freut sich Wettstein. Ein Zusammenschluss der beiden Gruppen kommt für ihn jedoch nicht infrage. Es sei wirkungsvoller, wenn sich jedes Komitee in seinem Kanton für den Erhalt des Läufelfingerli einsetzen würde.