Baselbiet
Baselbieter Lehrer sind unzufrieden mit Löhnen und Arbeitsbelastungen

Die Lehrkräfte im Kanton Baselland haben zwar eine relativ hohe Berufszufriedenheit - die Arbeitsbelastung und die Löhne trüben jedoch das Bild. Das hat die erstmals durchgeführte Mitarbeitendenbefragung an den Baselbieter Schulen ergeben.

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Die Belastung und der Lohn trüben die Zufriedenheit der Lehrer. (Symbolbild)

Die Belastung und der Lohn trüben die Zufriedenheit der Lehrer. (Symbolbild)

Solothurner Zeitung

Durchgeführt wurde die Umfrage im letzten Herbst an den Baselbieter Schulen aller Stufen - vom Kindergarten bis zu den Sekundarstufen I und II -, wie die Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion (BKSD) am Freitag mitteilte. Die BKSD gab die Ergebnisse nun zusammen mit Personalverbänden und Lehrerkonferenz bekannt.

Positiv: hohe Zufriedenheit

Ermittelt werden sollten etwa die Arbeitszufriedenheit, der Einfluss wichtiger Faktoren darauf, Stärken und Schwächen, mögliche Verbesserungen und Anderes. Gezeigt hat sich dabei, dass sich die Mitarbeitenden der Schulen durch eine hohe Arbeitszufriedenheit und eine starke Identifikation mit ihrem Arbeitgeber auszeichnen.

So sind 61 Prozent aller Befragten mit ihrer Arbeitssituation sehr oder grösstenteils zufrieden. 26 Prozent geben zudem an, «eher zufrieden» zu sein, wie es in einer Zusammenfassung der Befragungsergebnisse heisst, die von der mit der Umfrage beauftragten empiricon AG verfasst wurde.

Besonders gut beurteilt würden dabei der Arbeitsinhalt, das Arbeitsklima, die Partizipationsmöglichkeiten und die Sozial- und Fachkompetenz der direkten Vorgesetzten. Als verbessserungswürdig würden hingegen die Bereiche Arbeitsbelastung, Entlöhnung, Arbeitsplatz oder Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Schulen gesehen.

Negativ: Belastung und Löhne

Die Arbeitsbelastung und die Entlöhnung erreichten auf einer Bewertungsskala von 1 bis 100 lediglich den Wert 56, während die übrigen Bereiche durchwegs Werte zwischen 62 und 84 aufwiesen. So glaubt etwa weniger als die Hälfte der Befragten, dass die Jahresarbeitszeit ausreicht, um die Arbeit zu erledigen.

Auch die Verteilung der Arbeit, das Bereitstehen genügend vieler Mitarbeitenden oder die Möglichkeit zum Abschalten nach der Arbeit werden kritisch beurteilt. Laut dem Bericht liegen die entsprechenden Umfragewerte deutlich unter solchen bei den Baselbieter Verwaltungsangestellten vom Jahr 2008.

Bei der Entlöhnung werden zwar die Sozial- und Lohnnebenleistungen positiv, die Leistungs- oder Anforderungsgerechtigkeit des Lohns oder Lohngleichheit für vergleichbare Tätigkeiten jedoch kritisch beurteilt; negativ falle dabei vor allem die Sekundarstufe I auf. Laut dem Bericht hat die Entlöhnung am meisten Verbesserungspotential.

Vorschläge bis zum Herbst

An der Umfrage haben 3283 Personen teilgenommen; die Rücklaufquote betrug damit 65,4 Prozent. Der VPOD Region Basel, der Lehrerinnen- und Lehrerverein Baselland (lvb) und die Amtliche Kantonalkonferenz der Basellandschaftlichen Lehrerinnen und Lehrer (AKK) sehen sich in den Hauptpunkten durch die Umfrage bestätigt.

Konkret fordert etwa der lvb nun höhere Löhne und eine tiefere Arbeitsbelastung. Die BKSD will allfällige Massnahmen der Regierung im Herbst vorlegen. Allerdings steht die Bildungsdirektion wie die übrige Baselbieter Kantonsverwaltung unter Spardruck: Die BKSD muss zum «Entlastungspaket 2012/15» 54.5 Mio. Fr. beisteuern. (sda)