Bildung
Baselbieter Regierung lehnt Initiative für Niveautrennung an der Sek ab

Die Baselbieter Regierung lehnt die Initiative «Niveaugetrennter Unterricht in Promotionsfächern» ab. Sie hat jedoch einen Gegenvorschlag in die Vernehmlassung geschickt, mit dem sie im Bildungsgesetz die Niveautrennung konkretisieren will.

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symbolbild/shut

Die umformulierte Initiative verlangt, dass an den Baselbieter Sekundarschulen die Klassen auch nach Einführung von HarmoS in allen Promotionsfächern – also auch in den sieben Wahlpflichtfächern – niveaugetrennt unterrichtet werden. Eingereicht worden war sie im Herbst 2013 vom Komitee «Starke Schule Baselland». Dieses argumentierte, eine Auflösung der Niveaus führe zu einem Bildungsabbau.

Eine Annahme der Initiative würde gemäss Regierung jedoch dazu führen, dass viele Wahlpflichtkurse aufgrund zu geringer Anmeldezahlen pro Niveau nicht mehr zustande kommen würden. Bei niveaugetrenntem Sportunterricht müssten zudem zusätzliche Kurse gebildet werden. Für eine kostenneutrale Umsetzung wären daher anderweitige Kürzungen im Bildungsangebot der Sekundarschule nötig.

Die Regierung hat nun ihren Gegenvorschlag bis Mitte April in die Vernehmlassung geschickt. Dieser hält am Grundsatz des niveaugetrennten Unterrichts fest. So muss in allen Promotionsfächern ausser im Sport der Unterricht in getrennten Leistungszügen durchgeführt werden.

Bei der Bildung von Wahlpflichtfachkursen sollen jedoch gemäss bisheriger Praxis Ausnahmen möglich sein. Dabei müsse sichergestellt sein, dass Schülerinnen und Schüler die Lernziele ihres Niveaus bearbeiten und erreichen. Die konkrete Regelung der Kursbildung will die Regierung auf Verordnungsstufe regeln.

Gemäss Verordnungsentwurf sollen Wahlpflichtfachkurse mit zwei benachbarten Niveaus gemischt geführt werden können. Bei den Wahlpflichtfächern MINT (Mathematik-Informatik-Natur-Technik), Latein und Italienisch soll dies jedoch nur dann möglich sein, wenn die Mindestzahl nicht erreicht wird.