Miniatur-Eisenbahn
Baselbieter reissen sich um Modell-Loki «Gelterkinden»

Das neue Märklin-H0-Model der legendären Re 6/6-Lokomotive «Gelterkinden» hat im Oberbaselbiet einen wahren Verkaufsboom ausgelöst. Selbst bei Leuten, die sonst mit Modelleisenbahnen nicht sonderlich viel am Hut haben.

Bojan Stula
Merken
Drucken
Teilen
Das schöne Stück ist im Modell bloss 22,2 cm lang.

Das schöne Stück ist im Modell bloss 22,2 cm lang.

Zur Verfügung gestellt

Für die Baselbieter Modelleisenbahnfreaks war es, wie wenn Ostern und Weihnachten zusammenfallen - zumindest für die «Märklinisten» unter ihnen. Der Göppinger Traditionshersteller hat in den vergangenen Monaten gleich zwei neue Loki-Modelle vorgestellt, die mit dem Landkanton eng verbunden sind.

Zuerst kam die Ae 6/6 «Baselland», jetzt kurz vor Weihnachten die Re 6/6 «Gelterkinden»; beide in der populären Spurbreite H0, also dem Massstab 1:87. Nachdem die «Baselland» bei den meisten regionalen Modelleisenbahnhändlern bereits ausverkauft ist, erweist sich nun auch die «Gelterkinden» als Renner. Ganz besonders natürlich in jener Oberbaselbieter Gemeinde, die dem legendären SBB-Arbeitstier ihren Namen geliehen hat.

Stückpreis 398 Franken

Bereits 25 Exemplare hat Modellbahn-Spezialist Alain Bruggisser vom örtlichen Hobby-Shop verkauft, jedes zum stolzen Stückpreis von 398 Franken. «Sonst verkaufe ich von einer neuen Lokomotive höchstens fünf», freut sich der Händler, der nur noch einige wenige Stück auf Lager hat. Werksseitig ist die Neuheit laut Märklin-Homepage bereits nicht mehr sofort lieferbar, was auch ausserhalb der Region Basel auf einen Verkaufserfolg hinweist.

Was Bruggisser dabei am meisten verblüfft: Es haben sich schon mehrere Kunden bei ihm eine «Gelterkinden» gesichert, die sonst mit Modellbahnen überhaupt nichts am Hut haben, das schöne Stück nun aber stolz in einer Wohnzimmer-Vitrine ausstellen. «Vielleicht angefressene Einheimische oder solche, die bei der Einweihung der echten im August 1979 dabei waren», vermutet Bruggisser.

Der Gelterkinder Lehrer Konrad Handschin war nur schon von der Ankündigung der Märklin-Neuheit so begeistert, dass er Bruggisser Bilder von der damaligen Loki-Taufe und dem anschliessenden Volksfest geschickt hat.

«Reiner Zufall»

Und wie kommt das deutsche Unternehmen Märklin überhaupt dazu, gleich zwei neue Modelle mit Bezug zum Baselbiet zu produzieren? Etwas, das sonst bei der Sortimentspflege beinahe nie passiert. «Reiner Zufall», heisst es auf der Medienstelle nach einer entsprechenden Nachfrage der bz. «Unsere Modellrechercheure sind eben gerade an diese beiden Lokomotiven geraten, als sie in der Schweiz die Originale vermassen», sagt ein Märklin-Sprecher.