Gym Münchenstein
Baselbieter Technik-Freaks an Robotik-Wettbewerb mit dabei

In Chur massen sich Jugendliche bei einem Robotik-Wettbewerb. Auch Gymnasiasten aus der Region nahmen teil. Ziel des 24-Stunden-Wettbewerbs war es, einen funktionsfähigen Roboter zu bauen und damit Parcours zu absolvierern.

Oliver Maurer
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Konzentriert: Schüler bereiten sich auf den Robotik-Wettbewerb vor ZVG

Konzentriert: Schüler bereiten sich auf den Robotik-Wettbewerb vor ZVG

Im Foyer der Bündner Kantonsschule herrschte am 19. und 20. Januar reges Treiben. Konzentrierte Jugendliche setzten Legobauteile zusammen, besprachen sich oder bedienten Computer. Denn zum zweiten Mal fand ein Robotik-Wettbewerb statt. Auch neun Schüler des Gymnasiums Münchenstein waren dabei. Guido Tarrach, Lehrer des Freifachs Robotik, dazu: «Irgendwann kam die Idee auf, das Schulhaus zu verlassen und an Wettbewerben teilzunehmen. Das war jetzt schon das zweite Mal, dass wir in Chur mitgemacht hatten.»

Das Ereignis zog neben den 68 Teilnehmern Interessierte aus der ganzen Schweiz an. Die Beteiligten mussten starke Nerven haben und durften sich auch nicht durch Schlafmangel ablenken lassen, denn der Wettbewerb dauerte 24 Stunden. Unterbrüche waren keine Vorgesehen – nur für Nachtessen und Frühstück wurden Pausen eingelegt. Die Einzelteile von Lego-NXT-Bausätzen, welche die ETH Zürich bereitgestellte, mussten zusammengesetzt werden.

Münchensteiner wurden Dritte

Das Ziel des Marathons bestand darin, einen funktionsfähigen Roboter zu bauen. Dieser konnte Punkte sammeln, indem er verschiedene Parcours absolvierte und Hindernisse umfuhr. «Es gab drei Labyrinthe mit verschiedenen Aufgabenbereichen, in welchen man Punkte erhielt, sollte man es schaffen, diese zu durchqueren. Nach jedem Bereich wurde der Roboter umgebaut, um auf die neuen Herausforderungen vorbereitet zu sein», erklärt Tarrach.

Am Ende setzte sich ein Schülerteam aus Chur gegen die 23 Mitbewerber durch, das Team «Swissbots 3» aus Münchenstein wurde Dritter. Doch eigentlich ging es bei dem Ereignis mehr darum, die Schüler für Robotertechnik und Ingenieurswissenschaft zu begeistern. Dies soll dem Mangel an Ingenieuren entgegenwirken, sagt Benedikt Köppel, Präsident des Vereins «Helveticrobot»: «Laut einer Studie von Economiesuisse und Swiss Engineering fehlen rund 15 000 Ingenieure.»

Robotik-Entwicklungsland Schweiz

Der Anlass soll auch fördernd auf das Freifach Robotik wirken, das bis jetzt kaum an Schweizer Schulen angeboten wird. In Nachbarländern wie Deutschland sei das im Gegensatz bereits ein weitverbreitetes Fach, weiss Tarrach. Hierzulande ist das Interesse an Robotik gering. Das zeigt die Teilnehmerliste der «RoboCup Junior Weltmeisterschaft» in Mexico im letzten Jahr: Dort meldeten sich lediglich zwei Teams an: Eines der Kantonschule Chur und eines des Gymnasium Münchenstein. Beide waren von Anfang an qualifiziert.

«Andere Länder haben Vorausscheidungen mit Hunderten von Teams. Bei uns als Hightech-Land ist es etwas seltsam, dass so wenig Interesse besteht», sagt Guido Tarrach. Bei der Weltmeisterschaft würden auf die Teilnehmer anspruchsvollere Aufgaben warten wie zum Beispiel Roboterfussball. Aus diesem Grund könne man sich bereits vorher vorbereiten und reise mit massgeschneiderten Robotern an. In dieser Hinsicht hat die Schweiz also noch Entwicklungspotenzial.