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Baselbieter Zwetschgenernte: Liebhaber kommen in diesem Jahr voll auf ihre Kosten

Die Bäume sind voll, die Erwartungen hoch. Dieses Jahr verspricht eine sehr gute Zwetschgenernte.

Andreas Hirsbrunner
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Zwetschgenliebhaber kommen dieses Jahr auf ihre Rechnung.

Zwetschgenliebhaber kommen dieses Jahr auf ihre Rechnung.

Felix Gerber

Kaum ist die Kirschenernte vorbei, beginnt die Zwetschgenernte. Und die Erwartungen sind ähnlich hoch: Der Schweizer Obstverband spricht von «einer sehr guten Ernte» mit einer Mengenerwartung, die 40 Prozent über dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre liegt. Was für die gesamte Schweiz gilt, trifft auch auf die Region zu, das heisst für das Baselbiet, das Fricktal und das Schwarzbubenland. Ernst Lüthi, Präsident des Baselbieter Obstverbands, rechnet hier mit rund 1000 Tonnen Tafelzwetschgen und noch etwas mehr Brennzwetschgen. Allerdings relativiert er: «Die Bäume sind voll und versprechen eine grosse, gute Ernte. Aber diese muss zuerst eingefahren werden.»

Baselbiet ist Zwetschgenkanton

Zum momentanen Stand sagt Lüthi: «Wir sind voll am Ernten, die frühsten Sorten Tegara und Katinka sind schon fast durch.» Die Zwetschgen-Hauptsaison dauere noch drei bis vier Wochen. Bei den Zwetschgen spielen im Gegensatz zu den Kirschen auch die Früchte von Hochstammbäumen im lukrativsten Marktsegment, das heisst jenem der Tafelfrüchte, eine gewisse Rolle.

Damit eine Zwetschge vom Handel als Tafelfrucht akzeptiert wird, muss sie mindestens 33 Millimeter gross sein. Und das erfüllen nicht nur die Früchte aus Anlagen. Aber Hochstammfrüchte sind einem grösseren Risiko ausgesetzt, sei es einem Gewitterhagel oder der Kirschessigfliege, die entgegen ihrem Namen auch Zwetschgen nicht verabscheut. Deshalb auch Lüthis Bemerkung, dass die Ernte zuerst noch eingefahren werden müsse.

Das Baselbiet gehört zusammen mit dem Thurgau zu den führenden Zwetschgenproduzenten der Schweiz. Die 1000 Tonnen Tafelfrüchte, die in unserer Region erwartet werden, entsprechen über einem Viertel der gesamtschweizerischen Ernteprognose. Ebenfalls grössere Zwetschgenanbaugebiete sind laut Lüthi das Berner Seeland sowie neuerdings auch wieder die Westschweiz mit dem Schwerpunkt Wallis. Dort sei bezüglich Zwetschgenbäume nach einer Baisse in den vergangenen Jahrzehnten aufgerüstet worden. Zur Bedeutung des Baselbiets auf dem Fruchtmarkt sagt Lüthi: «Wir waren und sind stark im Steinobstbau, das heisst bei Kirschen und Zwetschgen. Doch bei den übrigen Früchten wie Äpfel und Beeren sind wir aus nationaler Sicht nur ein Mitläufer.»

Der Obstverband preist die Zwetschge als vitaminreiche Frucht, die sich auch gut zum Dörren und Trocknen eignet.