Gsünder Basel
Baselland informiert Basel nicht über Kürzungen bei «Gsünder Basel»

Baselland streicht dem Gesundheitsverein die Subventionen, ohne Basel-Stadt darüber zu informieren. Die Baselstädter machen ihrem Ärger per Mitteilung Luft. Und schliessen mit dem Verein eine neue Vereinbarung nur fürs nächste Jahr.

Moritz Kaufmann
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Gymnastik-Kurs im Schützenmattpark Basel 120 Teilnehmer.

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Juri Junkov

Es ist eine ungewöhnlich heftige Kritik für ein offizielles Communiqué: «Der Kanton Basel-Stadt bedauert, dass er über Dritte von der einseitigen Subventionskürzung des Kanton Basel-Landschaft erfährt», schrieb der Kanton Basel-Stadt gestern an die Medien. Was war passiert?

Der Kanton Baselland hat dem Verein Gsünder Basel im Rahmen seines Sparpakets die Subventionen gestrichen, ohne den Kanton Basel-Stadt darüber zu informieren. Dies bestätigt Irène Renz von der Gesundheitsförderung Baselland: «Wir haben den Kanton Basel-Stadt nicht direkt informiert.» Dies zu tun, wurde offenbar dem Verein Gsünder Basel überlassen, der es im August getan hat.

Nur: «Es ist normal, dass man sich abspricht, wenn man einem gemeinsam subventionierten Verein die Gelder streicht», meint Philipp Waibel, Leiter Gesundheitsdienste Basel-Stadt. Denn: «So ein Verein muss planen können. Der hat Arbeitsplätze.»

Zweifel am Demokratieverständnis

Bis anhin wurde Gsünder Basel vom Kanton Baselland mit einem jährlichen Beitrag von rund 76000 Franken unterstützt. Da diese nun wegfallen, hat der Kanton Basel-Stadt beschlossen, einen Subventionsvertrag mit dem Gesundheitsverein nur für das Jahr 2012 abzuschliessen, anstatt wie geplant bis ins Jahr 2014 zu verlängern. Nächstes Jahr müsse man weiterschauen.

Der Kanton Basel-Stadt schreibt auch ausdrücklich, dass er diese Subventionskürzungen bedaure, weil Gsünder Basel ein «hoch qualifiziertes, bedarfsgerechtes und preisgünstiges Angebot erbringt, welches sehr geschätzt wird.» Thomas Pfluger, Geschäftsleiter von Gsünder Basel, bestätigt, dass der Kanton Baselland seinen Verein in Zukunft nicht mehr subventionieren will.

Offiziell wegen Sparbemühungen

Der offizielle Grund dafür seien die Sparbemühungen, sagt er. Doch Pfluger vermutet auch noch einen inoffiziellen Grund hinter den Kürzungen. Konkret wirft er Peter Zwick, dem Vorsteher der Volkswirtschaft- und Gesundheitsdirektion des Kantons Baselland, vor, seinem Verein die Gelder zu streichen, weil er Konflikte mit dem Parlament scheue. Dieses habe nämlich auch schon kritische Fragen zu Gsünder Basel gestellt. «Es zeugt von einem zweifelhaften Demokratieverständnis von Regierungsrat Zwick, wenn er uns auf eigene Faust die Subventionen streicht, ohne dieses Geschäft ins Parlament zu bringen.»

Pfluger befürchtet, dass die ganze Gesundheitsförderung und Prävention «massiv überdurchschnittlich» unter dem Spardruck im Baselbiet zu leiden habe. Zwick war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Kein Steuergeld nach Baselland

Für Pfluger ist klar, dass dieser Entscheid die Baselbieter Bevölkerung treffen wird. «Ein Viertel unserer Teilnehmer kommt aus Baselland. Aber wir können nicht städtische Gelder aufs Land fliessen lassen. Wir bereiten entsprechende Massnahmen vor.» Dafür hat auch Philipp Waibel Verständnis. «Hier geht es um Steuergelder des Kantons Basel-Stadt. Teilnehmer aus Baselland müssten in Zukunft mindestens einen Selbstkostenbeitrag zahlen.» Ein weiteres Beispiel also für eine nicht geglückte innerbaslerische Kommunikation.