Baselland
Regula Gysin gibt ab, alt Regierungsrat Urs Wüthrich übernimmt Benevol-Präsidium

Von der ehemaligen Liestaler Stadtpräsidentin an den früheren Regierungsrat: Benevol Baselland erhält einen neuen Präsidenten. Das sind seine Ziele und Herausforderungen.

Kelly Spielmann
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Regula Gysin (links) gibt das Benevol-Präsidium an Urs Wüthrich ab.

Regula Gysin (links) gibt das Benevol-Präsidium an Urs Wüthrich ab.

Nicole Nars-Zimmer

«Jetzt kann ich zufrieden und mit einem guten Gewissen loslassen», sagt Regula Gysin, ehemalige Liestaler Stadtpräsidentin und bis gestern Präsidentin von Benevol Baselland. 16 Jahre hatte sie das Amt bei der Freiwilligenorganisation inne, nun hört sie auf – und übergibt an alt Regierungsrat Urs Wüthrich.

Die Anfrage, das Präsidium zu übernehmen, sei für ihn eine Ehre gewesen, erzählt Wüthrich in den Benevol-Räumlichkeiten im Liestaler Stedtli. Sowohl als Regierungsrat als auch als aktueller Präsident der Naturfreunde Schweiz habe er den Wert von freiwilligem Engagement kennen und schätzen gelernt, betont Wüthrich.

Eigentlich hätte Gysin das Präsidium schon früher abgeben wollen, die Situation habe aber nicht gepasst. Nun, mit der eingespielten Lage zwischen der Geschäftsführerin Karin Fäh, dem Vorstand und dem Präsidium, sei der Zeitpunkt richtig.

Dies trotz Corona: Anders als in der Wirtschaft habe es bei Benevol im Jahr 2020 geboomt.

«Es gab mehr Freiwilligenarbeit, wir hatten mehr Anfragen. Zu Beginn der Pandemie haben wir mit dem kantonalen Krisenstab zusammengearbeitet»,

berichtet Regula Gysin. Noch immer gibt es viel zu tun.

Zwei Mandate weniger, ein Präsidium mehr

Eine strenge Stelle also, die sich der ehemalige Baselbieter Regierungsrat ausgewählt hat. Hat er nicht das Bedürfnis, zur Ruhe zu kommen? «Was ist Ruhe?», antwortet Wüthrich und lacht. Und schiebt nach: «Nein, ich arbeite weniger als in früheren Zeiten. Ich finde es aber auch wichtig, das Denken nicht zu verlernen.» Er wolle, so lange er gesund sei und Energie habe, einen Teil seiner Erfahrungen weitergeben. Das sei auch die Idee von Benevol: «Das, was man sich in der bezahlten Arbeit an Wissen aneignet, kann man an die Bevölkerung zurückgeben.»

Auch sei Gysin offen gewesen, was die Arbeitslast angeht. «Und ich habe zwei andere Mandate abgegeben – das war eine Bedingung des Familienrats.»

Bessere Vernetzung als alt Regierungsrat?

Viel zu tun gab es bei Gysin besonders zu Beginn: «Damals war ich noch nicht lange als frischgewählte Stadtpräsidentin von Liestal im Amt», erzählt sie. Sorgen wie die Bekanntheit des neuen Vereins oder die Finanzen haben sich mittlerweile gelegt – auch dank einer Leistungsvereinbarung mit dem Kanton. Doch Herausforderungen gibt es immer – welche kommen auf den neuen Präsidenten zu?

«Ich hoffe, dass er die Vernetzung dank seiner Beziehungen auf eine höhere Liga bringen kann»,

sagt Gysin und blickt zu Wüthrich, der die Augenbrauen besorgt hochzieht. «Es ist mir natürlich auch wichtig, Kontakte zu pflegen, besonders im Bereich der Gemeinden möchte ich mehr erreichen. Ob das als ehemaliger Regierungsrat eine gute Ausgangslage ist, weiss ich nicht», sagt er lachend.

Auch Veranstaltungen von kleineren Organisationen oder Vereinen besuche er gerne, um die Leute kennen zu lernen: «Das ist nie eine Einbahnstrasse, man nimmt immer auch etwas mit nach Hause.»