Basel
Basellandschaftliche Kantonalbank zieht Städtische Kunden an

Die Basellandschaftliche Kantonalbank ist seit Anfang August in Basel anzutreffen. Nach nur einem Monat am neuen Standort blüht das Geschäft mit den Basler Privatkunden bereits.

Bojan Stula
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Stadt-Offensive: Nach 13 Jahren im Gellert ist das Private Banking der BLKB an den Basler Bankenplatz umgezogen. ZVG (BLKB)

Stadt-Offensive: Nach 13 Jahren im Gellert ist das Private Banking der BLKB an den Basler Bankenplatz umgezogen. ZVG (BLKB)

Der hungrige Baselbieter Hecht ist in den fetten Basler Karpfenteich gesprungen. Wie liesse es sich sonst verstehen, dass die grundsolide Basellandschaftliche Kantonalbank (BLKB) beim Geschäft mit den Basler Privatkunden in die Offensive geht? Von einem unscheinbaren Hochhaus im Basler Gellert ist das Private Banking Basel der BLKB mitten ins Herz des Basler Bankenplatzes umgezogen. Mit Ivan Krattiger als Geschäftsführer und Peter Jäger hat BLKB-Chef Beat Oberlin gleichzeitig zwei namhafte CS-Banker über die andere Strassenseite gelockt.

Zahlreiche Neukunden

Seit Anfang August wirkt die BLKB an der Elisabethenstrasse 2 – direkt vis-à-vis von UBS und Credit Suisse; und, was vielleicht noch provokanter wirken könnte, mitten im Hoheitsgebiet des Kantonsrivalen Basler Kantonalbank (BKB). Doch daran kann Geschäftsführer Krattiger nichts Ungebührliches ausmachen. Längst schon sei es unter den Kantonalbanken üblich, im Private Banking auf gut eidgenössisches Freundgebiet zu expandieren. Ein Beispiel dafür sei gerade die Basler Kantonalbank.

Tatsächlich kommen aus deren Vorstandsetage freundliche Töne, wenn man diese auf den prominenten Umzug der BLKB anspricht. «Das können wir nicht unanständig finden und finden es auch nicht unanständig», bestätigt Andreas Albrecht, Bankratspräsident der BKB. «Wir sind ja selber schon seit Jahren in Zürich und Bern im Investment-Bereich tätig. Wir beobachten aber stets mit Interesse, was die Konkurrenz unternimmt.»

«Die Leute wollen vor allem Sicherheit»

Diese Konkurrenz könnte sich auf die Dauer als sehr ernsthaft herausstellen. Laut eigenen Angaben hat das Private Banking Basel der BLKB seit seiner Neueröffnung am 2.August einen erfolgreichen Start hingelegt. Dabei nennt Krattiger keine Zahlen, spricht aber von zahlreichen Neukunden. «Natürlich spielt uns die jetzige wirtschaftliche Situation in die Hände», stellt Krattiger fest. «Die Leute wollen jetzt vor allem Sicherheit. Und wir sind weltweit eine der wenigen Banken, die mit AAA bewertet ist.» Dabei will die BLKB wie ein Generalunternehmer wirken, der den Privatkunden in allen finanziellen Bereichen durch die turbulenten Börsenzeiten führt.

Doch nicht nur die Höchstnote der Rating-Agentur Standard & Poor’s spreche für die Baselelbieter. Als wichtigste Stärken seiner Abteilung nennt Krattiger noch zwei weitere Punkte: die Erfahrung und Flexibilität seines Teams. Von zehn Mitarbeitenden verfügen deren neun über 20 und mehr Jahre Berufserfahrung. Zudem betreut jeder Mitarbeitende im Vergleich zur Konkurrenz eine geringere Anzahl Kunden. Genügend Zeit für die individuelle Betreuung sei somit garantiert.

«Keine unversteuerten Gelder»

Und dann zieht Ivan Krattiger noch einen weiteren Trennstrich zwischen sich und den Konkurrenten auf dem Bankenplatz Basel: «Wir akzeptieren keine unversteuerten Gelder.» Diesen ethischen Anspruch erheben zwar auch alle anderen. «Wir können aber das jetzt von Anfang an so steuern. Andere Banken schlagen sich teilweise noch mit Altlasten herum.» Von einem Banken-Allrounder, wie sich Krattiger selber bezeichnet, kann man erwarten, dass er weiss, wovon er spricht.

Keine Schwarzgelder, keine aufwändige Werbung, möglichst risikoarme Anlagestrategien: Ab welchem Punkt entwickeln sich die Tugenden der BLKB zum Wettbewerbsnachteil? Krattiger winkt ab: «Wir haben nicht die Kunden aus Osteuropa im Visier, und schon gar nicht solche aus den USA. Wir wollen in erster Linie die Nordwestschweiz ansprechen.» Und da nicht nur Privatpersonen, sondern auch Geschäftskunden und Unternehmen. Die ersten 26 Tage an der Elisabethenstrasse 2 scheinen zu beweisen, dass sich der Baselbieter Hecht im Basler Karpfenteich keine kalten Flossen holen wird.