Grosser Rat
Basler Rückenwind für Tropeninstituts-Zukunft in Allschwil

Der Basler Grosse Rat steht hinter der neuen bikantonalen Trägerschaft des Schweizerischen Tropeninstituts: Er bewilligte am Mittwoch Betriebsbeiträge von insgesamt 11,26 Millionen Franken für 2017 bis 2020 sowie eine Kreditsicherungsgarantie von 40 Millionen.

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Das Tropeninstitut zügelt nach Allschwil.

Das Tropeninstitut zügelt nach Allschwil.

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Das mit der Universität Basel assoziierte Swiss TPH - einst als "Tropeninstitut" bekannt - wird künftig von Basel-Stadt und Baselland gemeinsam getragen. Die bisherige Finanzierung durch Bund und Stadtkanton widerspräche neuerem Bundesrecht. Der Grosse Rat hiess die Vorlage zu Beiträgen, Staatsvertrag und Garantie mit grossem Mehr ohne Gegenstimmen gut.

Eine leise Kritik der vorberatenden Bildungs- und Kulturkommission (BKK) betraf einen Subventionsanteil von 3,26 Millionen, der aus dem Swisslos-Fonds fliessen soll. Der BKK war diese wegen Gemeinnützigkeit angezapfte Quelle suspekt, weil so Begehrlichkeiten geweckt werden und anderen Empfängern Mittel fehlen könnten.

Das Grüne Bündnis bedauerte neben dem Swisslos-Zustupf auch den bevorstehenden Wegzug des renommierten Instituts ins Baselbiet - zumal die Finanzaussichten des Nachbarn nicht rosig seien. LDP und EVP teilten diese Bedenken nicht. Als Vorteile genannt wurden das frei werdende Gebäude in der Stadt und Partnerschaftsargumente.

Umzug 2020 geplant

Erziehungsdirektor Christoph Eymann erinnerte an die wichtige Forschung des Tropeninstituts, die in der Dritten Welt Leben retten helfe. Lottogelder über eine beschränkte Zeit seien zu rechtfertigen.

Die Kreditsicherungsgarantie von 40 Millionen wird formell der Uni gewährt, obschon sie den 90-Millionen-Neubau des Swiss TPH in Allschwil betrifft. Das heute in Basel domizilierte Swiss TPH platzt aus allen Nähten und will 2020 über die Kantonsgrenze zügeln. Der Baselbieter Landrat hatte der Garantie im Dezember zugestimmt.

Die neue Swiss TPH-Trägerschaft hat eine zusätzliche, übergeordnete Bedeutung: Sie ist eine von drei baselstädtischen Bedingungen für den 80-Millionen-Deal mit dem Baselbiet. Basel-Stadt will dem klammen Landkanton innert vier Jahren 80 Millionen Franken überweisen, damit er Univertrag und Kulturpauschale nicht kündigt.

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