Veruntreuung
Basler Treuhand-Kammer wird aktiv und geht gegen Birsfelder Treuhänder vor

Gegen den Birsfelder Treuhänder, der über mehrere Jahre hinweg Gelder in der Höhe von insgesamt 2,5 Millionen Franken veruntreut haben soll, geht nun auch die Treuhand-Kammer Sektion Basel vor.

Valentin Kressler
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Beim Roxy-Verein riss der Veruntreuungsfall ein Loch in die Kasse – der Betrieb geht vorerst trotzdem weiter. Juri Junkov

Beim Roxy-Verein riss der Veruntreuungsfall ein Loch in die Kasse – der Betrieb geht vorerst trotzdem weiter. Juri Junkov

Dies bestätigt Präsident Rodolfo Gerber gegenüber der «Schweiz am Sonntag». «Handlungen, wie sie dem Treuhänder vorgeworfen werden, verstossen auch gegen die Berufs- und Standesregeln», sagt Gerber. Deshalb werde sich die Standeskommission der Treuhand-Kammer mit dem Fall befassen. Als standesrechtliche Massnahmen kämen bei einer Verurteilung eine Ermahnung, ein Verweis, eine Strafe bis zu 200 000 Franken und ein Ausschluss aus der Treuhand-Kammer in Betracht.

Die Staatsanwaltschaft Baselland hat bereits ein Verfahren wegen Veruntreuung, betrügerischen Missbrauchs einer Datenverarbeitungsanlage und Urkundenfälschung eingeleitet, wie die «Schweiz am Sonntag» vergangene Woche berichtete. Treuhand-Kammer-Präsident Gerber sagt, für die Standeskommission sei der weitere Verlauf des von der Staatsanwaltschaft geführten Strafverfahrens von Bedeutung. Bis zur rechtskräftigen Erledigung des Strafverfahrens werde das Verfahren vor der Standeskommission deshalb sistiert.

Die meisten der Geschädigten – neben dem Hauseigentümerverband Basel-Stadt sind gemäss «bz Basel» und «Onlinereports» vor allem die Römisch-katholische Kirchgemeinde Birsfelden und der Verein Kulturraum Roxy betroffen – haben bereits Massnahmen eingeleitet, damit sich ein solcher Vorfall in Zukunft nicht wiederholen kann.

Die Römisch-katholische Landeskirche Baselland erwägt, ihr Kontrollsystem generell zu verbessern. Verwalter Patrick Schäfli hat vor allem zwei Massnahmen im Visier. Erstens will er überprüfen, ob Einzelunterschriften in der Landeskirche künftig noch möglich sein sollen. Zweitens, ob das Rechnungswesen professionalisiert und durch Treuhand-Büros geprüft werden soll.

Auch der Hauseigentümerverband Basel-Stadt ergreift Massnahmen. «Im Betrieb werden und wurden zum Teil bereits die internen Kontrollen und Abläufe verstärkt», sagt Geschäftsführer Andreas Zappalà. Ausserdem kündigt er eine Schadenersatzforderung an. Die Kirchgemeinde Birsfelden hat bereits Privatklage eingereicht.