Kleinhüningen
Bauarbeiter nehmen Rücksicht auf seltenen Fisch

Bauarbeiter müssen Hilfskonstruktionen für die Verlängerung der Tramlinie 8 in der Wiese bis Ende Februar installiert haben, dann beginnt nämlich die Laichzeit der Fischart Nase, auf die Rücksicht genommen wird.

Rolf Zenklusen
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Die Bauarbeiten für die Verlängerung der Tramlinie 8 über Kleinhüningen hinaus bis nach Weil am Rhein schreiten zügig voran. Momentan wird bei der Gärtnerstrassenbrücke unter der Wiese hindurch ein Leitungstunnel gebaut, der Ende Jahr fertig sein soll. Der Tunnel ist notwendig, weil die Leitungen im Querschnitt der geplanten neuen Gärtnerstrassenbrücke keinen Platz mehr haben. Im Januar 2011 fangen die Bauarbeiter dann mit dem Rückbau der Gärtnerstrassenbrücke an. «Die Betonteile der Brücke werden beim Abbruch vor Ort zermalmt – gemäss Angaben des Unternehmers dauert das zwei Tage», erklärte Lucas Rentsch, beauftragter Gesamtprojektleiter für den Abschnitt Basel-Stadt.

Rücksicht auf die Nasen

Parallel zum Abbruch erstellen die Bauarbeiter in der Wiese die Hilfskonstruktion, auf der später die Träger der Brücke zu liegen kommen. Wie gestern an einer Medienkonferenz zu erfahren war, müssen diese Bauarbeiten bis Ende Februar 2011 vollzogen sein. «Dann beginnt nämlich die Laichzeit der Fischart Nase», sagte Rentsch. Diese stark bedrohte Fischart müsse geschützt werden. Ist die Laichzeit vorbei, wird bis Dezember 2011 die neue Gärtnerstrassenbrücke erstellt – ein Bauwerk, das sich ohne Stützen über den kleinen Fluss spannt.

In der Kleinhüningeranlage wurden bereits diesen Herbst die Arbeiten für den Bahn- und Strassenbau weitgehend abgeschlossen. «Dort ist der Spuk vorbei», meinte Dejan Despotovic, der Gesamtprojektleiter vom Tiefbauamt, mit Blick auf die Anwohner, die starken Lärmbelastungen ausgesetzt waren. Einige Belagsarbeiten im Bereich von Kreuzungen könnten wegen der derzeit tiefen Temperaturen jedoch erst im Frühling 2011 ausgeführt werden, erläuterte Despotovic weiter.

Der Ausbau der Tramhaltestellen wird erst kurz vor der Inbetriebnahme des Trams vorgenommen, ebenso wie die Installation der Fahrleitungen. Auf der anderen Seite der Kleinhüningeranlage – in Richtung der deutschen Grenze – laufen die Vorbereitungen für den Bau von drei neuen Hiltalingerbrücken auf Volltouren. Diese Brücken müssen neu gebaut werden, weil die alten Kon-struktionen die Last des Trams, das künftig darüberfährt, nicht tragen könnten.

Zurzeit wird eine Hilfsbrücke hochgezogen, über die der Verkehr rollt, während die drei neuen Brücken erstellt werden. Den Fussgängerinnen und Fussgängern steht auf der Hilfsbrücke ein eigener Steg zur Verfügung. Voraussichtlich Ende 2011 sollten die drei neuen Hiltalingerbrücken fertig sein, wie Rentsch erklärte. Danach würden «die nicht sehr schönen, aber zweckmässigen Hilfsbrücken» wieder entfernt.

Bereits im vierten Quartal 2011 treffen die Arbeiter erste Vorkehrungen für den Bau von zwei Lastwagenrampen von der Hiltalinger- auf die Südquaistrasse. Der eigentliche Bau der Rampen dauert bis Ende 2012. Dann können die Anwohnerinnen und Anwohner aufatmen. Dank der neuen Rampen fährt nämlich der Schwerverkehr künftig von der Südquai- oder der Hafenstrasse direkt über die Hiltalingerbrücken zum Zoll, ohne die Kleinhüningeranlage zu belasten.