Landwirtschaft
Bäuerinnen werben für unterstützende Leistungen ihrer Zunft

Der Verein für Bäuerinnen und Landfrauen steht vor neuen Aufgaben. Gesellschaftliche Rollen und Traditionen sind im Umbruch - der Verein will den Menschen wieder bewusst machen, wie wichtig die Bauern für die Region sind.

oliver maurer
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Vorstandsmitglieder: Antonia Rudin, Sibylle Banga, Susanne Strub, Doris Hirsbrunner.Benildis Bentolila

Vorstandsmitglieder: Antonia Rudin, Sibylle Banga, Susanne Strub, Doris Hirsbrunner.Benildis Bentolila

Die Verbindung zwischen Stadt und Land, zwischen Milch und Kuh geht immer mehr verloren. Ein Ziel des Vereins für Bäuerinnen und Landfrauen der Region beider Basel ist es, diese Verbindung zu stärken. Den Menschen soll wieder bewusst werden, wie wichtig regionale Bauernhöfe und eine gesunde Ernährung sind.

Die Mehrheit der Mitglieder sind Bäuerinnen. Der andere Teil setzt sich aus Frauen zusammen, welche an der Landwirtschaft interessiert sind. Der Verein hat schon eine jahrelange Tradition. Doch die Veränderungen der heutigen Zeit stellen ihn vor neue Herausforderungen. Die älteren Generationen, welche um 1940 eingetreten sind, hören auf. Die Selbstverständlichkeit, dem Verein beizutreten, verschwinde immer mehr.

Präsidentin Antonia Rudin-Blättler erklärt: «Viele junge Frauen gehen heutzutage neben dem Hof auch noch einem Beruf nach.» Diese Doppelbelastung führe dazu, dass keine Zeit mehr für einen Verein bleibe. Früher sei dies nicht vorstellbar gewesen.

Um auf den Wert einer gesunden Ernährung hinzudeuten, nutzte der Verein letztes Jahr Veranstaltungen wie die Muba, Beef12 oder die Generalversammlung des Milchverbandes Nordwestschweiz. Ein Apéro-Team versorgte die Besucher mit regionalen Nahrungsmitteln. «Wir kochten oder backten etwas Passendes zum Ereignis», sagt Fabiola Weber-Cueni, Vizepräsidentin. Die Produkte nach der Saison und aus der Region würden verwendet, um zu zeigen, was die Baselbieter Landwirtschaft alles zu bieten habe.

Ein weiteres Anliegen des Vereines ist es, sich für eine gute berufliche Bildung der Bauern einzusetzen. In der landwirtschaftlichen Ausbildung steigt der Frauenanteil immer mehr. «Dies betrachten wir als eine positive Entwicklung», sagt Rudin-Blättler. Das Aufbrechen der gesellschaftlichen Rollen finde auch auf dem Land statt, doch es brauche noch mehr Zeit.

Hilfe für Bäuerinnen in Not

Zur Unterstützung der Bäuerinnen wurde die «LandFrauenHilfe» ins Leben gerufen, als eine Lösung für alltägliche Probleme im Haushalt. Da der Bauernhof eine ganzwöchige Belastung darstellt, kann eine Krankheit den Betrieb ins Stocken bringen. In einem solchen Fall springt jemand ein. «Unsere Angestellten sind aus der Region und für die Aufgaben gut ausgebildet», erklärt Weber-Cueni. Sie sorgten dafür, dass Betrieb und Tiere gut versorgt seien.

Heute zählt der Verein 1130 Mitglieder und setzt sich aus sieben regionalen Kreisen zusammen. Jeder Kreis organisiert eigenständig Ausflüge, Veranstaltungen und Reisen. Aktuell setzt man laut Rudin-Blättler zunehmend auch auf eine Zusammenarbeit mit dem Bauernverband beider Basel.

Dachverband ist der Schweizerische Bäuerinnen- und Landfrauenverband, welcher zum Teil auch die Ziele vorgeben würde. Durch diese Verbände vertritt die regionale Landwirtschaft ihre Interessen auch auf politischer Ebene.