Pratteln
Baustopp: Wegen Baufehler geht auf dem Ceres-Areal gar nichts mehr

Wegen Baufehler verzögert sich der Hochhausbau auf dem Ceres-Areal in Pratteln – die Nerven beim Bauherr liegen blank. Bis 2015 sollte das höchste Gebäude des Baselbiet eigentlich fertig werden. Jetzt steht seit einer Woche alles still.

Joel Hoffmann
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Die Ceres-Baustelle in Pratteln: Wer beim Investor nach den Gründen für den Baustoppen nachfragt, wird beschimpft.

Die Ceres-Baustelle in Pratteln: Wer beim Investor nach den Gründen für den Baustoppen nachfragt, wird beschimpft.

Nicole Nars-Zimmer

An der Hohenrainstrasse in Pratteln sollten eigentlich bis 2015 das mit 82 Metern grösste Baselbieter Hochhaus «Ceres-Tower» und der grosse Wohnungskomplex «Ceres-Living» fertiggestellt sein. Doch seit rund einer Woche geht nichts mehr auf der Grossbaustelle in der Nähe des Gewerbegebiets Grüssen.

Gemäss Angaben der Gemeinde hat das Generalunternehmen HRS irrtümlich das Fundament 2,1 Meter zu nahe an die Kantonsstrasse gebaut. Die HRS hat sich daraufhin bei der Gemeinde selbst angezeigt.

Wie lange der Baustopp noch gilt, ist ungewiss. Es liegt nun am Kanton, die Situation zu beurteilen und die Konsequenzen zu ziehen. Klar ist indes, dass sich mit dem Baustopp auch der Bau des Hochhauses verzögert. Denn dieses wird erst nach der Fertigstellung des Wohnungskomplexes Ceres-Living in den Himmel schiessen können.

Das mag vielleicht der Grund sein, weshalb beim Bauherrn des Hochhauses die Nerven blank liegen. Die Buss Immobilien und Service AG in Pratteln war ursprünglich Bauherr beider Projekte. Ceres-Living sei mittlerweile verkauft worden, wie Alfred Beyeler bestätigt.

Alfred Beyeler ist der Bruder von Investor Hermann Alexander Beyeler, der gerne mit seiner Kunstsammlung und der Abkommenschaft vom russischen Zarenhaus wirbt.

Ungehaltener Bauherr

Auf die telefonische Nachfrage der bz reagiert Alfred Beyeler, der in der Geschäftsleitung von Buss Immobilien sitzt, äusserst aggressiv. Journalistenanfragen zu diesem Thema sind offensichtlich unerwünscht.

Wieso Beyeler derart ungehalten ist, kann sich Prattelns Gemeindepräsident Beat Stingelin nicht erklären. Er glaubt, dass es sich beim Baufehler bloss um eine geringfügige Abweichung handelt.

Laut Stingelin wird die Gemeinde ihren Quartierplan deswegen wohl kaum anpassen müssen. Folglich dürfte sich der Bau der beiden Gebäude auch nur unwesentlich verzögern.

Kanton hat das letzte Wort

Stingelins Einschätzung teilt Andreas Weis vom kantonalen Bauinspektorat: «Die Abweichungen sind im Gesamtkontext des Baukomplexes nicht derart schwerwiegend, als dass der Quartierplan geändert werden müsste», sagt er.

Das Bauinspektorat hat von der HRS bereinigte Pläne einverlangt. Diese werden nun geprüft. In den nächsten Tagen, so Weis, muss entschieden werden, ob die neuen Pläne bewilligt werden. Danach steht dem Weiterbau grundsätzlich nichts mehr im Wege. Die Gemeinde musste zwar den Quartierplan nicht ändern, aber einen Ausnahmeantrag beim Kanton stellen. Dieser liege gemäss Weis dem Bauinspektorat bereits vor.

Die neuen Bauherrn von Ceres-Living sind die Wohnungsbaugesellschaft Logis Suisse AG und die Pensionskasse Nest Sammelstiftung. In einer Mitteilung bestätigen sie den Baustopp. Nachfragen sind auch dort unerwünscht. Dennoch wird versichert, dass der Bauunterbruch das Projekt finanziell nicht gefährde.