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BDP breitet sich im Baselbiet aus

Wie Pilze schiessen die Sektionen der BDP Baselland derzeit aus dem Boden. Seit der Gründung der Kantonalpartei am 25. März dieses Jahres wurden bereits drei Ortssektionen aus der Taufe gehoben: Leimental, Birstal und Waldenburg.

Alessandra Paone
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BDP-Delegierte

BDP-Delegierte

Keystone

Am 9. November soll die Sektion Oberbaselbiet ins Leben gerufen werden. Die Vorbereitungen für den Aufbau der Ortsgruppen Mittleres Baselbiet und Laufental sind auch schon im Gang.

«Es ist unser fester Wille, noch vor Ende Jahr alle sechs angekündigten Bezirksparteien zu gründen», sagt BDP-Kantonalpräsident Dieter Widmer. Bis jetzt zählt die junge Partei rund 100 Mitglieder - bunt durchmischt. Von Maturanden über Studenten bis hin zu Rentnern ist alles dabei. Der Frauenanteil ist allerdings sehr bescheiden. «Wir hoffen, in diesem Segment noch zuzulegen», so Widmer.

Übertritte aus anderen bürgerlichen Parteien hat es nur vereinzelt gegeben. Es sei sowieso nicht das Ziel des Vorstands, den Gegnern die Mitglieder wegzunehmen. Vielmehr will der Therwiler Politiker neue, unabhängige Wählerinnen und Wähler gewinnen. «Im Gegensatz zu den etablierten Parteien besteht bei uns noch die Möglichkeit, aktiv mitzugestalten. Das macht vielleicht Lust auf mehr», betont Widmer.

5 bis 6 Sitze

Bis zu den Gesamterneuerungswahlen des Landrats glaubt der amtsjunge Parteipräsident genügend gerüstet zu sein, um als Neuling erfolgreich abzuschneiden. Das Ziel der BDP, die am 27. März 2011 ziemlich genau ein Jahr alt sein wird, ist dennoch ambitioniert: Sie will unter Führung des Wahlkampfleiters Peter H. Müller 5 oder 6 der 90 möglichen Parlamentssitze für sich gewinnen. «Es ist machbar», zeigt sich Widmer zuversichtlich.

Erfahrungen bei Standaktionen hätten gezeigt, dass die Leute an der Partei und an deren politischem Inhalt interessiert seien. Der Kantonalpräsident glaubt, dass die Mandate vor allem auf Kosten des bürgerlichen Lagers zu holen seien. Er selbst will auch ins Rennen steigen. Dass es für eine neue Partei nicht leicht sein wird, die Listen zu füllen, weiss Widmer. «Die Kandidatensuche verläuft eher verhalten», gibt er zu.

Wenig beeindruckt von der Offensive der BDP zeigt sich die SVP. «Es ist eine junge Partei, die den Wettbewerb belebt. Doch uns wird sie sicher nicht in die Quere kommen», ist sich Kantonalpräsident Dieter Spiess sicher. Die FDP und die CVP müssten sich da mehr Sorgen machen. Denn die BDP sei eine klassische Mittepartei.

Dies sieht Michael Herrmann anders. Der FDP-Präsident glaubt, dass die BDP auf Kosten aller bürgerlichen Parteien - auch der SVP - punkten könnte. Es sei schliesslich ein offenes Geheimnis, dass einige SVP-Exponenten mit der BDP liebäugeln würden. Die Vorteile der neuen Partei sieht der Gelterkinder Landrat vor allem darin, dass sie «auf der grünen Wiese» startet und noch unbelastet ist: «Sie sind noch niemandem auf die Zehen getreten. Daher könnte es für Aussenstehende attraktiv sein, dort mitzumachen.» Schlaflose Nächte hat Herrmann deswegen aber nicht: «Wir sind gut auf Kurs.»