Landrat
Bei schlechtem Deutsch: Baselbieter Gemeinden sollen Spielgruppen-Obligatorium erlassen können

Gemeinden im Kanton Basel-Landschaft sollen ein Spielgruppen-Obligatorium für Kinder mit geringen Deutschkenntnissen erlassen können. Der Landrat hat am Donnerstag zwei entsprechende Vorstösse der Regierung überwiesen.

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In der Spielgruppe soll die sprachliche Integration gefördert werden. (Themenbild)

In der Spielgruppe soll die sprachliche Integration gefördert werden. (Themenbild)

Nicole Nars-Zimmer

Die Vorstösse aus SP- und CVP-Kreisen verlangen eine entsprechende Gesetzesänderung. Die Gemeinden sollen ein selektives Spielgruppen-Obligatorium freiwillig einführen können.

Ein Obligatorium soll helfen, dass sich Kinder die notwendigen Sprachkenntnisse aneignen können, wie dies das Integrationsgesetz verlangt. Erfahrungen hätten gezeigt, dass es sich lohne, wenn fremdsprachige Kinder schon vor dem Eintritt in den Kindergarten mit der deutschen Sprache in Berührung kommen, heisst es in der überwiesenen SP-Motion.

Zudem dürfte gemäss Vorstoss ein Obligatorium längerfristig auch positive Auswirkungen auf die Anzahl Lektionen "Deutsch für Fremdsprachige" in den Primarschulen haben. Gegen die Überweisung der Motion stimmten eine Mehrheit der SVP sowie vereinzelte Mitglieder der FDP.

Der CVP-Vorstoss, der vom Landrat stillschweigend als Postulat überwiesen wurde, regt zusätzlich an, dass sich die Eltern angemessen an den Kosten beteiligten sollen. Laut Regierung muss jedoch abgeklärt werden, ob eine solche Forderung nicht der Bundesverfassung widerspreche, die einen unentgeltlichen angemessenen Grundschulunterricht verlangt.

Im Kanton Basel-Stadt besteht ein selektives Obligatorium seit 2013. Die Auswahl der Kinder, die vom Obligatorium erfasst werden, erfolgt aufgrund eines Fragebogens. Die Kosten übernimmt der Kanton.