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Beide Basel: Die beliebtesten Vornamen sind kurz und bündig

Gerade mal drei Buchstaben hat der beliebteste Mädchenname und immerhin vier der beliebteste Jungenname im Kanton Baselland. In unserer Übersicht erfahren sie, wann die beliebten Namen zum ersten Mal aufgetaucht sind und welche im Laufe der Zeit wieder verschwanden.

Nicolas Drechsler
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Leon und Mia sind beliebte Vornamen für Kinder im Basel-Land (Symbolbild)

Leon und Mia sind beliebte Vornamen für Kinder im Basel-Land (Symbolbild)

Keystone

30 Mädchen und 15 Knaben wurden in Baselland auf die beiden beliebtesten Namen getauft. In der Stadt sind es 10 Annas und 13 Louis, die mit den überaus hoch im Kurs stehenden Namen durch ihr Leben schreiten werden.

Klar ist: Die beiden Basel schliessen sich dem nationalen Trend an. Modern sind die ganz alten Namen, am besten biblischen Ursprungs, und dazu sollten sie auch noch kurz und knapp sein. Bartholomäus oder Bathseba fallen da natürlich ausser Rang und Traktanden. Aber dafür ist beispielsweise in Basel Diego nach wie vor ein Renner. Die spanische Kurzform von Santiago, also Sanctus Iacobus, auf Deutsch: Jakob. Der Diego ist also ein mediterraner Köbi.

Nicht nur die Bibel inspiriert

Aus der biblischen Reihe tanzen aber ausgerechnet die beiden Spitzenplätze bei den Männern: Louis, der im Stadtkanton besonders beliebte Jungenname ist germanischen Ursprungs, bedeutet «Berühmt im Krieg» oder «der berühmte Krieger» und wurde bekanntermassen von merowingischen französischen und deutschen Fürsten und Königen getragen. In den Formen Chlodowech/Clovis respektive Louis. Die moderne deutsche Form «Ludwig» erfreut sich offensichtlich weniger Beliebtheit.

Leon, der Spitzenreiter in Baselland, ist dagegen schlicht und einfach ein Löwe. Mia dagegen ist wieder eine Verkürzung, und zwar gleich eine mehrfache. Am Anfang stand hier die Mirjam, die zur Maria wurde und nun die Mia ist. Anna dagegen, die beliebteste Basler Mädchen-Bezeichnung, hat nur wenig eingebüsst im Laufe ihrer Entwicklung von der hebräischen Hannah bis zur heutigen Form.

Die Schweizer Trends

National konnte sich übrigens auch ein biblischer Kurzname durchsetzen. Noah hat schweizweit bei den Jungs das Rennen gemacht. Ob das damit zu tun hat, dass Russel Crowe 2014 im gleichnamigen Streifen aus Hollywood die Tierchen paarweise gerettet hat, das bleibe einmal dahingestellt.

Bei den Mädchen dagegen zeigt sich das Baselbiet gut schweizerisch, Mia hat auch national den höchsten Wert erreicht. Und löst damit die Spitzenreiterin des Vorjahres ab, die gute alte Emma.

Die Spitzenreiter in den beiden Basel sind alles keine Kaltstarter, die Namen sind in den letzten zwei Jahrzehnten immer wieder in den Top 5 der Vornamen aufgetaucht. Andere Klassiker dagegen sind in den letzten 25 Jahren aus den Spitzenrängen verschwunden.

Bei den Knaben in Basel-Stadt beispielsweise Benjamin oder Ali. Bei den Mädchen hat dagegen in Stadt und Land Jessica eine arge Einbusse an Beliebtheit erlitten. National gibt es im Übrigen einen weiteren prominenten Abgang aus den Topplatzierungen: Der wegen der – insbesondere bei Lehrern – geweckten negativen Assoziationen geradezu verschrieene Vorname Kevin spielt seit der Jahrtausendwende keine statistisch relevante Rolle mehr.

Wollen Sie herausfinden, wie beliebt ihr Vorname ist und wann er zum ersten Mal aufkam? Dann probieren sie das Vornamen-Tool des Bundesamt für Statistik aus.