Gelterkinden
Beim Bier wird über die Kosten des Hallenbads debattiert

In Gelterkinden diskutieren interessierte Einwohner mit Gemeindepolitikern am bz-Stammtisch über das Wohnen im Alter, das rege Vereinsleben, den Bau des neuen Hallenbads und die ewigen Bauarbeiten im Dorf.

Sebastian Schanzer
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Illustre Gäste diskutieren am bz-Stammtisch: Gemeindepräsidentin Christine Mangold (zweite von links), Vizepräsident Felix Jehle (dritter von links) sowie die Landräte Michael Herrmann (zweiter von rechts) und Martin Rüegg (dritter von rechts).

Illustre Gäste diskutieren am bz-Stammtisch: Gemeindepräsidentin Christine Mangold (zweite von links), Vizepräsident Felix Jehle (dritter von links) sowie die Landräte Michael Herrmann (zweiter von rechts) und Martin Rüegg (dritter von rechts).

Martin Töngi

«Das Alter hat keine Stimme in der Gemeindepolitik von Gelterkinden. Wir brauchen eine Alterskommission.» So schiesst es am bz-Stammtisch aus dem Mund von Erika Rüegg, der ehemaligen Apothekerin aus Gelterkinden. Sie antwortet damit auf die Frage, was ihr im Dorfleben noch fehle.

Gemeindepräsidentin Christine Mangold nutzt die Gelegenheit und weist auf den Glücksfall hin, dass die Suva im Gebiet Bützenen in absehbarer Zeit Alterswohnungen realisieren wird. Davon habe man zurzeit noch zu wenig. «Die Menschen bleiben auch im Alter gerne da, wo sie vorher gelebt haben», sagt Mangold. Der Standort Bützenen sei für die Alterswohnungen sehr praktisch. Er befindet sich mitten im Dorf, bietet genügend Einkaufsmöglichkeiten und ist nahe beim Altersheim.

Intensives Vereinsleben

Dennoch: Mit Alterswohnungen ist es für Rüegg nicht getan. Sie ist vielmehr daran interessiert, auch im Alter aktiv am Dorfleben teilzunehmen und sich etwa im Vereinsleben zu engagieren. Dieses Interesse weist sie als echte Gelterkinderin aus, denn die Gemeinde hat ein starkes Vereinsleben. «Das ist etwas Grundsätzliches in Gelterkinden», sagt Mangold. «Wir haben mit rund 90 Vereinen ein riesiges Angebot. Und die Vereine unterstützen sich gegenseitig, helfen einander und organisieren gemeinsam Anlässe.» SP-Landrat Martin Rüegg bestätigt: «Das unterscheidet uns vielleicht ein bisschen von Sissach: Wir haben im Dorf einen intensiven Zusammenhalt. Wir sind näher beieinander.» Das macht sich auch in der Gemeindepolitik bemerkbar. Die Parteizugehörigkeit spiele im Gemeinderat kaum eine Rolle, sagt Felix Jehle, Vizepräsident des Gemeinderats.

Wie steht es eigentlich um Martin Rüeggs Interesse an der Gemeindepolitik? «Zugegeben: Ich kann mich nicht mit jedem Geschäft in Gelterkinden beschäftigen», sagt er. «Aber ich lese natürlich immer Zeitungen und gehe auch an Gemeindeversammlungen, wenn ich Zeit habe.» Sein Landratskollege Michael Herrmann (FDP) fügt an: «Ich lasse keine Gemeindeversammlung aus. Als Präsident der Rechnungsprüfungskommission schaue ich mir natürlich auch die Themen und Geschäfte an.»

Ein grosses Projekt in Gelterkinden ist das neue Hallenbad. Zurzeit entscheiden die umliegenden Dörfer, ob sie sich am Neubau finanziell beteiligen wollen. «Viele Gemeinden haben bereits beschlossen, uns zu unterstützen, das ist toll», sagt Mangold. Wichtig sei, dass man begreife, dass es nicht um irgendeine Turnhalle für Gelterkinden gehe, sondern um ein Hallenbad für das ganze Oberbaselbiet. «So günstig kommen die umliegenden Gemeinden nie mehr zu einem Hallenbad», meint auch Herrmann. Zudem sei das Teure am Bad vor allem der Betrieb und Unterhalt. «Daran müssten sich die Gemeinden eigentlich beteiligen.»

Kritik an Verkehrsführung

Cornelia Schmidheiny, Martin Rüeggs Ehefrau, bringt gegen Ende des Stammtischs auch Kritik in die Runde. Sie stört sich an der Verkehrsführung in Gelterkinden. «Die beruhigenden Massnahmen im Dorfzentrum produzieren nur Stau», sagt sie. Auch die nicht enden wollenden Baustellen sind ihr ein Dorn im Auge. An dieser Stelle steigt Erika Rüegg wieder ins Gespräch ein. Sie spricht die andauernden Bauarbeiten in der Rössligasse an. «Was da abgeht, ist für die Anwohner heftig.» Jehle besänftigt: «Die Bauarbeiten sind im Zeitplan, keine Frist wird überschritten.»