Waldenburgerbahn
Beim Waldenburgerli stehen Investitionen in Millionenhöhe an

Die Waldenburgerbahn steht vor einem gewaltigen Modernisierungsschub. Bis ins Jahr 2020 sollen 127,2 Millionen Franken in Infrastruktur und neue Züge investiert werden.

Valentin Kressler
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Martin Töngi

Spätestens seit der letztjährigen Generalversammlung der Waldenburgerbahn AG ist bekannt, dass beim Waldenburgerli Investitionen in die Infrastruktur und das Rollmaterial anstehen. Detaillierte Zahlen wurden an der Versammlung im Hotel Bad Bubendorf jedoch keine genannt. Jetzt ist klar, wie gross das Investitionsvolumen bei den Infrastrukturmassnahmen tatsächlich ist: Bis ins Jahr 2020 wird mit total 127,2 Millionen Franken gerechnet. Den Grossteil zahlt Baselland (85 Millionen).

Die Zahlen gehen aus einer Ausschreibung der Bau- und Umweltschutzdirektion für eine Projektleitung hervor. Die grössten Investitionen stehen dabei in den Jahren 2017 bis 2019 an. Am meisten investiert werden soll in den Abschnitt zwischen Lampenberg und Hölstein (40 Millionen) sowie in den Bahnhof Waldenburg (31,2 Millionen). Abgeschlossen sein sollen die letzten Massnahmen im dritten Quartal 2020.

Das Investitionsvolumen könnte sich noch erhöhen, wenn die Abschnitte zwischen Altmarkt und Bad Bubendorf sowie Weidbächli und Hirschlang doppelspurig geführt werden.

Neue Pendelzüge

Das neue Rollmaterial wird voraussichtlich 2015/16 bestellt, wie die «Basler Zeitung» im vergangenen November berichtete. Geplant sind in einer ersten Tranche fünf Pendelzüge für rund 30 Millionen. Angeliefert würden die Fahrzeuge wohl 2018 oder 2019.

Die Verantwortlichen des Kantons Baselland und der Waldenburgerbahn zeigen sich somit unbeeindruckt von den Plänen des Bundes. Das Bundesamt für Verkehr hatte die Waldenburgerbahn im Oktober 2012 auf eine Liste der schlecht rentierenden Bahnen gesetzt, da sie einen Kostendeckungsgrad von unter fünfzig Prozent aufweise. Das Ziel: Der Bund möchte prüfen, ob sich unrentable Linien mit einem Bus statt einer Bahn günstiger betreiben lassen.

Bereits 2009 hatte die Bau- und Umweltschutzdirektion, damals noch unter der Leitung von Jörg Krähenbühl (SVP), unmissverständlich klar gemacht, dass die Linie weiterhin mit einer Bahn betrieben werden soll. Weder von den technischen Systemen noch von der Fahrgast-Nachfrage her bestehe eine Notwendigkeit, die heutige Waldenburgerbahn, die zwischen Liestal und Waldenburg verkehrt, zu verändern.

Die Waldenburgerbahn, in deren Verwaltungsrat Krähenbühl heute sitzt, beschäftigt über 30 Mitarbeiter. Jährlich werden rund zwei Millionen Personen befördert. Besonders Pendler, Schüler und Wanderer würden das «attraktive Verkehrsangebot» schätzen, heisst es auf der Internetsite der Bahn.