Elba
Bevölkerung kann im Internet über die Raumplanung der Zukunft mitreden

Was die Elba-Verantwortlichen im Vorfeld bereits mehrmals angekündigt haben, ist nun umgesetzt: Sie hoffen auf diese Art und Weise den Puls der Bevölkerung zu spüren.

Andreas Maurer
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Die Bevölkerung kann zu Hause am Computer mitreden

Die Bevölkerung kann zu Hause am Computer mitreden

Keystone

Auf der Internetseite www.zukunft-elba.ch können die Bürger zum Entwicklungsplan Leimental-Birseck-Allschwil (Elba) mitreden. «Die Bevölkerung soll nicht die Faust im Sack machen, sondern auf den Tisch hauen», sagt Elba-Projektleiter Alain Aschwanden. Er meint die digitale Faust auf den digitalen Tisch.

Zum ersten Mal in der Schweiz gebe es die sogenannte E-Partizipation zum Thema Raumplanung, so Aschwanden. «Wir wollen den Puls der Bevölkerung spüren, das Bauchgefühl der Menschen besser kennen», betont er.

Bevölkerung kann mitdiskutieren

Die Bevölkerung kann auf unterschiedliche Art und Weise mitmachen. Es gibt die drei grossen Themengebiete Verkehr, Siedlung und Landschaft. Dazu gibt es jeweils unter dem Titel «Strategie» eine kurze Umfrage. In fünf Minuten gewinnt der Bürger einen Überblick zu den Grundsatzfragen, mit denen sich Elba beschäftigt.

Die Bevölkerung kann diese Fragen auch gleich beantworten. «Klar, es sind Grundsatzfragen, aber gerade hier können wir Hinweise erhalten, welche Fragen Priorität haben», sagt Aschwanden und fügt hinzu: «Hätten wir einen umfassenderen Fragekatalog gemacht, dann würden wir die Leute eher abschrecken.» Ziel sei es, dass jeder auch ohne Vorwissen seine Meinung abgeben kann.

Doch auch für den, der sich für die konkreten Projekte interessiert, bietet die Website etwas: Unter «Massnahmen» sind alle rund 100 Elba-Projekte aufgelistet. Der Besucher kann diese Massnahmen kommentieren oder Fragen stellen. «Die Bevölkerung soll die einzelnen Massnahmen diskutieren, und wir beantworten ihre Fragen », sagt Aschwanden. Hinzu komme, dass er und alle Besucher sehen würden, welche Massnahmen begrüsst würden und welche umstritten seien.

Mit einer Suchfunktion kann jeder herausfinden, welche Massnahmen sein Leben tangieren. Zum Beispiel: Welche Gemeinden sind von welchen Projekten betroffen? Welche Konsequenz hat dies für meinen täglichen Arbeitsweg? Oder, in welchen Gemeinden sollen in Zukunft dichter und höher Wohnungen gebaut werden? Jeder darf auch selber Massnahmen vorschlagen. «Da bin ich gespannt, was kommt. Wichtig ist, dass die Vorschläge nachvollziehbar sind», betont Aschwanden.

Auch Laien sollen mitreden können

Wer sich noch tiefer mit dem Thema Raumplanung befassen will, findet unter «Hintergründe» fast alle Dokumente zur Elba. «Wir haben vieles so aufbereitet, dass es für interessierte Laien verständlich ist», sagt Aschwanden.

Man wolle mit der Website möglichst viele Menschen erreichen, sie informieren und zum Diskutieren anregen. Aschwanden betont aber, dass all die Antworten und Kommentare streng genommen nicht repräsentativ sind.

Mitwirkung verbessert Projekte

«Mit dem Internet erreichen wir nur ein gewisses Segment», sagt er. Für ihn sind die Rückmeldungen Hinweise, welche wir auf zweierlei Weise verwenden werden. «Die Hinweise könnten uns einzelne Aspekte in den geplanten Massnahmen zeigen, an die wir bisher nicht gedacht haben.» Damit könne man die einzelnen Projekte verbessern. Alle Hinweise werden ausgewertet.

Die Resultate werden Ende November in Allschwil vorgestellt und als Bericht auf der Website publiziert. Zweitens werden die Resultate der Bevölkerungsbefragung laut Aschwanden auch in die Vorlage an den Landrat einfliessen. Dieser soll bis Ende 2014 über die Vorlage entscheiden.