Parteipräsidium
Binninger Landrat Urs-Peter Moos sieht sich als Opfer einer SVP-Intrige

Nach dem Rückzug seiner Kandidatur beschuldigt der Binninger Landrat Moos alt Regierungsrat Krähenbühl, die SVP-Kantonalspitze nach seinem Gusto zu gestalten und so über die regionale Partei nach Belieben zu dominieren.

Michael Nittnaus
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Urs-Peter Moos (l.) glaubt, Jörg Krähenbühl intrigiere gegen ihn.

Urs-Peter Moos (l.) glaubt, Jörg Krähenbühl intrigiere gegen ihn.

Urs-Peter Moos hält nichts von Geheimniskrämerei, von internen Spielchen oder versteckter Taktiererei. Das hat der Binninger Land- und frisch gewählte Gemeinderat schon mehrfach bewiesen. Er nennt das Kind jeweils beim Namen.

Gleichwohl erstaunt es, mit welcher Vehemenz Moos nun gegenüber der bz das Auswahlverfahren für die Nachfolge von SVP-Baselland-Präsident Dieter Spiess kritisiert. Notabene, nachdem er sich am vergangenen Freitag selbst aus dem Rennen nahm (die bz berichtete).

Die Nachfolge wird zusammen mit der gesamten Parteileitung übermorgen an der Generalversammlung gewählt. Dabei nimmt Moos einen Hauptschuldigen ins Visier: alt Regierungsrat Jörg Krähenbühl. «Er missbraucht sein Amt als Leiter der Findungskommission, um eine Parteileitung nach seinem Willen zu gestalten», sagt Moos. Krähenbühl versuche gezielt, «seine Leute in Stellung zu bringen».

Dabei ginge es nicht nur ums Präsidium, sondern auch um weitere Führungspositionen. Moos nennt vier Namen: die Landräte Oskar Kämpfer, Hans-Jürgen Ringgenberg (beide Therwil), Hanspeter Weibel (Bottmingen) sowie den ehemaligen Landrat und jetzigen Oberwiler Gemeinderat Hanspeter Ryser.

Während Kämpfers Kandidatur fürs Präsidentenamt mittlerweile bekannt ist, wolle Krähenbühl Ryser bereits als Regierungsratskandidaten der SVP aufbauen – satte drei Jahre vor den nächsten Gesamterneuerungswahlen und ohne Signal eines vorzeitigen Rücktritts vom Dienstältesten Adrian Ballmer der FDP.

«Davon höre ich zum ersten Mal», reagiert Ryser sichtlich erstaunt. Er sei von Krähenbühl weder fürs Präsidium noch anderweitig kontaktiert worden. Auch Kämpfer lacht bloss und sagt: «Ich stehe Krähenbühl nicht nahe.»

An GV mindestens ein 2er-Ticket

«Wenn ich die Parteispitze nach meinem Geschmack formen wollte, hätte ich mich ja wohl am besten selber für die Nachfolge von Dieter Spiess beworben», wehrt sich Krähenbühl und verweist darauf, dass letztlich der neu gewählte Präsident seinen Wunschvorstand zur Wahl vorschlägt.

Der Vorwurf von Moos stimme hinten und vorne nicht. Die ersten sieben Vorschläge seien aus den Sektionen und der Parteileitung gekommen. Nach Gesprächen habe er einen Bericht verfasst. Die Parteileitung hätte drei Kandidaten ausgewählt, wobei zwei aus Zeitgründen absagten.

Übrig blieb Kämpfer. «Daraufhin habe ich mich spontan für die Partei bereit erklärt, auch zu kandidieren, bat aber Krähenbühl ausdrücklich, weiter zu suchen», sagt Moos. Er habe zudem Stillschweigen bis nach den Gemeinderatswahlen vom 11. März verlangt.

«Ende Februar wurden dann in den Medien gezielt Indiskretionen und Gerüchte gestreut, um mir im Gemeinderatswahlkampf zu schaden.» Etwa, dass Moos nicht teamfähig sei. Er hätte recherchiert und festgestellt, dass «ein kleines Grüppchen» in der SVP versteckt gegen ihn arbeite.

Dass sich gestern niemand finden liess, der seine Theorie unterstützt, ändert für Moos nichts: «Spätestens am Donnerstagabend kommt alles raus.» Noch-Präsident Spiess wird auch erst dann die Arbeit der Findungskommission beurteilen, betont gegenüber der bz aber: «Neben Kämpfer werden wir mindestens noch einen weiteren Kandidaten präsentieren.»