Biodiversität
Liestal soll blühen – zwei Vorstösse verlangen mehr Grün

Zwei Projekte zur Begrünung der Stadt und der SBB-Betonwände wurden im Einwohnerrat genehmigt – mit nur einer Gegenstimme.

Kelly Spielmann
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Eine Visualisierung der Stützmauer bei der Auffahrt von der SBB-Unterführung in Richtung Oristal.

Eine Visualisierung der Stützmauer bei der Auffahrt von der SBB-Unterführung in Richtung Oristal.

Bild: SBB

Liestal soll grüner werden – so sieht das jedenfalls der Einwohnerrat. Gleich zwei separate parteiübergreifende Postulate wurden an der Sitzung vom Mittwoch gutgeheissen.

In einem ging es um das Projekt «Grüne Siedlung»: Eingereicht haben das Postulat Benjamin Holinger und Natalie Oberholzer der Grünen Fraktion, Vreni Wunderlin der CVP/EVP/GLP-Fraktion, Dominic Odermatt der FDP-Fraktion, Beat Gränicher der SVP-Fraktion und Patrick Mägli der SP-Fraktion. Mit dem Projekt «Grüne Siedlung» hat der Kanton ein Instrument entwickelt, Gemeinden bei der ökologischen Aufwertung der Grünflächen zu unterstützen – er übernimmt dabei bis zu 40 Prozent der Kosten.

Das Projekt helfe in verschiedenen Aspekten, so Benjamin Holinger (Grüne): gegen Hitzeinseln, für ein besseres psychisches Wohlbefinden und für die Verbesserung der Lebensqualität in Liestal. Der Einwohnerrat überwies das Postulat einstimmig an den Stadtrat – dieser muss nun die Teilnahme am Projekt prüfen und beim Zentrum Ebenrain einen Finanzierungsantrag stellen.

Hitze-Hotspots sollen verhindert werden

Das zweite Postulat zum Thema kam von Sonja Niederhauser (EVP) und Domenic Schneider (GLP). Sie fordern eine Begrünung der SBB-Betonwände, die durch die Bautätigkeit der SBB an verschiedenen Stellen entstehen. So beispielsweise entlang der Auffahrt von der SBB-Unterführung in Richtung Oristal oder an der Wiedenhubstrasse. «Es ist auch bekannt, und gewinnt zunehmend an Bedeutung, dass solch grosse Betonwände sehr viel Wärme speichern, was grundsätzlich zu vermeiden oder weitgehend zu reduzieren ist», heisst es im Postulat.

Auch diese Idee stiess im Einwohnerrat auf positives Feedback aller Parteien – man unterstütze einen «natürlichen Graffitischutz, der gleichzeitig gut fürs Klima ist», meinte beispielsweise Lorenz Holinger (SVP). Das bestätigte Daniel Muri, Stadtrat Hochbau und Planung: «Als Maler weiss ich: Begrünte Wände werden nicht verschmiert oder übersprayt.»

Einzig Reto Derungs (SP) sprach sich gegen das Bepflanzen der Wände aus: Es handle sich nicht um einfache Betonwände, mit ihren Strukturen und Formen seien diese schön anzuschauen. «Mir gefällt halt Beton», meinte er, und die Temperatur werde nicht so stark gesenkt, dass es sich lohnen würde.

Mit dieser Meinung stand er aber alleine da: Mit seiner einzigen Gegenstimme und 35 Befürworterinnen und Befürwortern wurde das Postulat an den Stadtrat überwiesen.