Laufen
Biomill, die Bühne für einheimische Bands feiert Jubiläum

Ein engagiertes Team startet mit Rock- und Pop-Konzerten im Biomill-Areal in Laufen in die zehnte Saison. Nicht nur Musiker und Musikfreunde anerkennen die Arbeit des Biomill-Teams. Auch der Kanton unterstützt die Jungs aus Laufen.

Thomas Immoos
Merken
Drucken
Teilen
Philipp Studer, Tobias Müller und Manfred Lindenberger organisieren mit sechs weiteren Vorstandsmitgliedern Konzerte.

Philipp Studer, Tobias Müller und Manfred Lindenberger organisieren mit sechs weiteren Vorstandsmitgliedern Konzerte.

tim

Angefangen hat es im Handballclub: Einige junge Sportler trafen sich ab und zu für Partys in der ehemaligen Futtermühle Biomill an der Delsbergerstrasse in Laufen. Die Liegenschaft gehört der Familie eines Handballers. Bald traten einheimische Bands auf, erinnert sich Manfred «Mamfi» Lindenberger, der von Beginn weg dabei ist.

Helfer hatten zuvor die Räume in wochenlanger Fronarbeit in ein Konzertlokal mit einem besonderen Ambiente verwandelt. «Am Anfang war es nur ein schummriger Keller», sagt Vorstandsmitglied Tobias Müller.

Das erste Konzert am 14. Februar 2004 war auf Anhieb ein Erfolg. Dies ermutigte die Crew zum Weitermachen. Die Vermieterin kam ihnen entgegen und verzichtete in der Aufbauphase auf einen Mietzins, was dem Team finanziellen Spielraum für regelmässige Konzertveranstaltungen gab.

Philipp Studer, Mitglied des neunköpfigen Vorstands, erinnert sich: «Irgendwann sind die Behörden auf uns aufmerksam geworden.» So mussten feuerpolizeiliche und Lärmschutzvorschriften erfüllt und feste Toiletten installiert werden.

Unentwegt arbeiteten die jungen Leute am Ausbau des Konzertraums, der Bar, der Künstlergarderobe und des Chill-Raums. Dann folgte ein Tiefschlag, als im Frühling 2006 ein Teil der Lokalitäten ausbrannte. Kaum war alles wieder auf Vordermann gebracht, folgte ein zweiter Tiefschlag: Im August 2007 richtete das Hochwasser erneut grossen Schaden an. «Das war der Zeitpunkt, als ich ans Aufhören dachte – allerdings nur kurz», sagt Lindenberger.

Inzwischen verfügt Biomill über eine gute Infrastruktur, die Musikformationen aus ganz Europa ins Laufental locken. Nicht ohne Stolz sagt Philipp Studer: «Wir haben einen guten Namen in der Szene.» Zu hören sei «alles ausser Mainstream». Auch wenn man nicht die Gagen anderer Veranstalter zahlen könne, kämen die Musiker gerne nach Laufen. Ein besonderes Highlight war etwa der Auftritt der finnischen Band «Disco Ensemble». Bei ihrem zweiten Auftritt im Musikclub Biomill gingen bereits im Vorverkauf alle Tickets weg. Normalerweise verkaufe man im Vorverkauf nur einige wenige Tickets, sagt Tobias Müller.

Auch das 16 bis 25 Jahre alte Publikum kommt zum Teil von weither. «Einige reisen ihrer Band hinterher, wo immer sie auftritt», sagt Müller. Zum Konzept von Biomill gehört aber, dass bei jedem Konzert Musikgruppen aus der Region auftreten.

Nicht nur Musiker und Musikfreunde anerkennen die Arbeit des Biomill-Teams. Ein Gesuch für einen Unterstützungsbeitrag vom Kanton wurde mit einem fünfstelligen Betrag bewilligt. Im November 2011, wenige Monate nach der Finanzspritze, erhielt der Musikclub Biomill zudem den Basellandschaftlichen Kulturförderpreis. Diese öffentliche Anerkennung motiviert das Team, weiterzumachen. Das Jubiläumsfest wird am 15. Februar 2014 über die Bühne gehen – zehn Jahre nach dem ersten Konzert. Den Auftakt zur zehnten Saison feiert der Musikclub Biomill morgen mit einer Party unter dem Motto «I shouldn’t be there».