BIRSFELDEN
Neues Zentrum: Jetzt steht fest, wer die fast 300 neuen Wohnungen bauen darf

Birsfelden will seine Ortsmitte herausputzen. Dazu sind auf 13 Baufeldern rund 285 neue Wohnungen vorgesehen. Die Baurechte sind verteilt – es gibt einen klaren Gewinner.

Benjamin Wieland
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Seit Jahrzehnten wird über die Umgestaltung des Birsfelder Zentrums debattiert. Nun geht es vorwärts.

Seit Jahrzehnten wird über die Umgestaltung des Birsfelder Zentrums debattiert. Nun geht es vorwärts.

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Ab 2029 wird man den Birsfelder Ortskern kaum wiedererkennen. Wer heute bei der 3er-Haltestelle Schulstrasse aussteigt, erblickt vor allem Parkplätze und Asphalt. Das wird sich ändern – so jedenfalls der ehrgeizige Plan des Gemeinderats. Bis in acht Jahren sollen total 13 Parzellen neu überbaut sein. Nun hat der Gemeinderat die Baurechte vergeben. Zum Zug kommen vor allem Wohnbaugenossenschaften.

Der neu gestaltete Zentrumsplatz in Blickrichtung Süden, im Hintergrund: Das geplante Hochhaus am Birsstegweg.
5 Bilder
Der neue Lavaterplatz. Im Zentrum: Die alte Dorfturnhalle. Sie wird saniert.
Blick auf den Zentrumsplatz, am unteren Bildrand ist die 3er-Tramhaltestelle Schulstrasse. Statt Parkplätzen hat es jetzt Platz für Menschen.
Der Kastanienhof bildet den Innenhof des hintersten Teils des neuen Quartiers entlang des Gevierts Kirchstrasse-Schulstrasse.
Das Zentrum soll frei von motorisiertem Verkehr sein und entsprechend hohe Aufenthaltsqualität bieten, versprechen die Planenden.

Der neu gestaltete Zentrumsplatz in Blickrichtung Süden, im Hintergrund: Das geplante Hochhaus am Birsstegweg.

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Die Gemeinde hat sich selber bei Quartierplanungen dazu verpflichtet, dass mindestens die Hälfte des neuen Wohnraumangebots von gemeinnützigen Organisationen erstellt werden muss. Beim Quartierplan Zentrum beträgt der Anteil der genossenschaftlichen Wohnbauträger sogar hohe 80 Prozent. Wie der Gemeinderat am Donnerstag schreibt, werde damit das Prinzip der Kostenmiete sehr stark gewichtet, «was langfristig attraktive Mietpreise für das Wohnen im Zentrum möglich macht.»

Neuer Wohnraum für bis zu 600 Menschen

Acht Baurechtsnehmer für die 13 Parzellen hat der Gemeinderat in Zusammenarbeit mit den beteiligten Planungsbüros auserkoren. Es sind die Eisenbahner-Baugenossenschaft beider Basel, die Wohnbaugenossenschaft Hagnau, die Wohnbaugenossenschaft Nordwest, die Wohngenossenschaft Birsfelden, die Stiftung Habitat, die Unternehmergenossenschaft Next.Stadtwohnen sowie die ImmoH20 AG und die Mauritius Pensionskasse.

Die Gemeinde schätzt, dass 285 Wohnungen umsetzbar sind. Bei einer Belegung von im Schnitt zwei Personen würden im Quartierplanareal künftig also 570 Menschen wohnen. Die Anzahl Arbeitsplätze wird auf 150 geschätzt. Das Areal entspricht etwa der Grösse von vier Fussballfeldern. Inklusive anderer Quartierplanungen – unter anderem sind zwei Hochhäuser an der Birs vorgesehen – rechnet Birsfelden bis 2030 mit rund 850 neuen Wohnungen. Damit würde die Einwohnerzahl um 1100 Personen anwachsen, was rund zehn Prozent der heutigen Einwohnerzahl entspricht. Birsfelden kämpft seit Jahren mit einer stagnierenden Bevölkerung.

Noch muss der Souverän den Plänen für das neue Zentrum zustimmen. Der überarbeitete Quartierplan, für den die Basler Büros Harry Gugger Studio und Westpol Landschaftsarchitektur verantwortlich zeichnen, kommt am 27. September an die Gemeindeversammlung. Als Baubeginn wird Ende 2022 angestrebt, die Parzellen sollen etappenweise realisiert werden.