Birsfelden
Birsfelden verliert Steuerzahler wegen Hochhaus-Sanierung

Die SP Birsfelden will, dass sich der Gemeinderat für die 200 Familien einsetzt, die wegen der Sanierung der Stausee-Hochhäuser ihre Wohnungen verlieren. Die SP befürchtet, Birsfelden könne Steuerzahler verlieren. Die Gemeinde gibt sich machtlos.

Joël Hoffmann
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Alle 210 Mieter müssen aus den Hochhäusern ausziehen.

Alle 210 Mieter müssen aus den Hochhäusern ausziehen.

Kenneth Nars

In Birsfelden gäbe es kaum leere Wohnungen. «Das bedeutet, dass der grösste Teil der Mieterinnen und Mieter eine Wohnung ausserhalb Birsfeldens suchen muss», heisst es in einer Mitteilung der SP. Die Sozialdemokraten befürchten, Birsfelden könne wertvolle Steuerzahler verlieren.

«Die Gemeinde müsste ein Interesse daran haben, dass die 200 Familien in Birsfelden bleiben. Wenn sie gehen, bleiben sie für lange Zeit fort», sagt Birsfeldens SP-Präsident Florian Schreier gegenüber der bz. Konkrete Zahlen kann Schreier zwar keine nennen, dennoch ist er überzeugt, dass es sich Birsfelden nicht leisten könne, über 200 Steuerzahler zu verlieren.

Gemeinderat ist noch unttätig

Die SP fordert, dass die Gemeinde das Gespräch mit der Eigentümerin, dem Mieterverband und den Mietern sucht. Wunschziel der SP ist es, dass alle Mieter in ihren Wohnungen bleiben können - trotz Sanierungsarbeiten. «Aber der Gemeinderat hat bis jetzt noch nichts gemacht», sagt Schreier.

Die Hochhäuser am Stausee 23 bis 27 mit Baujahr 1967/1968 müssen saniert werden (bz berichtete). Der Eigentümerin Axa Investment Managers Company zur Folge sind die Hochhäuser während den Bauarbeiten unbewohnbar. Alle 210 Mieter haben am 22. Mai die Kündigung erhalten. In 13 Monaten müssen die ersten Mieter ausziehen. Die Eigentümerin verspricht Hilfe bei der Suche nach einer neuen Wohnung.

Rechnerisch sei nur ein Drittel betroffen

CVP-Gemeinderat Simon Oberbeck ziert sich. Er will nicht als Gemeinderat zur Mitteilung der SP zitiert werden. Als Präsident der CVP-Birsfelden meint er, dass Birsfelden nur begrenzte Möglichkeiten habe, weil die Eigentümerin der Hochhäuser eine private Firma sei. Politisch und in der Sache will er sich nicht weiter äussern.

Gemeindeverwalter Martin Schürmann bestätigt hingegen, dass in Birsfelden kaum leere Wohnungen vorhanden sind. «Zwangsläufig werden vor allem die Bewohner des ersten Hauses Problem haben, eine Wohnung in Birsfelden zu finden», sagt Schürmann. Er betont, dass die Mieter des zweiten Hauses erst dann ausziehen müssen, wenn das erste Haus fertig renoviert ist. Diese Mieter könnten dann in das erste Haus ziehen. «Rein rechnerisch hätte nur ein Drittel der Mieter Probleme», sagt Schürmann.

Gemeinde verteilt Flugblätter an Noch-Mieter

Zum SP-Vorschlag meint der Gemeindeverwalter: Die Gemeinde habe aber kaum Handlungsspielraum. Genügend vergleichbare Liegenschaften besitze die Gemeinde nicht. Die Gemeinde hat an die Mieter Flugblätter mit Adressen von Liegenschafts-Eigentümern in Birsfelden verteilt. «Ich sehe nicht, was wir sonst noch machen könnten», sagt Schürmann