Birsfelden/Muttenz
Rheinhäfen setzen auf erneuerbare Energie: Wasserstoff soll Mineralöl ablösen

Die Schweizerischen Rheinhäfen wollen beim wachsenden Markt mit Wasserstoff mitmischen. Dazu haben die Rheinhäfen mit drei Partnern eine Absichtserklärung unterzeichnet. Zwei davon handeln mit Mineralöl – zumindest bislang.

Benjamin Wieland
Drucken
Teilen
Eines der zwei Tanklager der Varo Energy im Birsfelder Hafen. Geht es nach dem Unternehmen, wird es bald auch mit Wasserstoff handeln.

Eines der zwei Tanklager der Varo Energy im Birsfelder Hafen. Geht es nach dem Unternehmen, wird es bald auch mit Wasserstoff handeln.

bwi

In den Rheinhäfen soll der erste Wasserstoff-Hub der Schweiz entstehen – das ist das Ziel der Schweizerischen Rheinhäfen, der IWB, der Avia AG und Varo Energy. Man habe die Vision «H2-Hub Schweiz» lanciert und eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet, teilten die vier Partner am Mittwoch mit. Im Rahmen einer langfristigen Zusammenarbeit sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, um gemeinsam Wasserstoff zu produzieren, zu lagern und zu transportieren.

Als Wunschstandorte werden die Häfen Birsfelden und Muttenz genannt. Die Hafenareale seien dafür prädestiniert, heisst es in der Mitteilung, «in Zukunft eine zentrale Rolle in der Wasserstoffwirtschaft wahrzunehmen». Die Rheinhäfen seien bereits heute «zentrale Schaltstelle der Mineralöl-Logistik» und «auf den Umschlag, die Produktion, die Lagerung und den Transport von Gütern aller Art – auch Gefahrgüter – ausgerichtet».

Bei zwei anderen Projekten harzt es

Die IWB und die Avia, via die Mitgliedsfirma Fritz Meyer Basel AG, sitzen bereits bei zwei anderen Wasserstoffprojekten mit im Boot. Zwei Konsortien planen bei den Kraftwerken Birsfelden und Augst je eine Wasserstoffproduktionsanlage mit Abfüllstation.

Gegen die Baugesuche sind jedoch zahlreiche Einsprachen eingegangen. Beim Birsfelder Vorhaben hat das Baselbieter Bauinspektorat einer Einsprache stattgegeben: Die Nutzung sei nicht zonenkonform. Der Ball liegt jetzt bei der Baurekurskommission.

IWB: H2-Hub ist kein Ersatz für Kraftwerk-Projekte

Die Planungen für die zwei Produktionsanlagen würden weiter vorangetrieben, sagt IWB-Sprecherin Jasmin Gianferrari auf Anfrage. Die zwei Projekte stünden «in keinem direkten Zusammenhang» mit der Partnerschaft für den Aufbau eines H2-Hubs.

Die geplante Produktionsanlage beim Kraftwerk Birsfelden habe zwar eine geografische Nähe zum Hafengebiet, fügt Gianferrari an. «Inwiefern sich dadurch Synergien ergeben, können wir aber noch nicht sagen. Dafür ist es zu früh.»

Aktuelle Nachrichten