Birsfelden
Birsfelder FDP-Präsident Donati: «Ich brauche zehn Tassen Kaffee pro Tag»

Nein sagen ist nicht sein Ding: Der Birsfelder Pascal Donati ist ein Hansdampf in allen Gassen. Soeben wurde der 50-jährige zum Ortspräsidenten der FDP Birsfelden gewählt - ein Job unter vielen, die der unermüdliche Schaffer gleichzeitig verrichtet.

Leif Simonsen
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Pascal Donati in seinem Lieblings-Café Luxor in Birsfelden: «Hierher komme ich fast täglich.»

Pascal Donati in seinem Lieblings-Café Luxor in Birsfelden: «Hierher komme ich fast täglich.»

Nicole Nars-Zimmer

842 Artikel findet die Schweizer Mediendatenbank mit dem Suchbegriff «Pascal Donati». Eine stolze Zahl für einen Verwaltungsangestellten. Für einen ehemaligen Trainer und heutigen Vize-Präsidenten eines Baselbieter Basketballclubs. Für einen Polit-Neuling. Pascal Donati ist kein Star, aber omnipräsent. Soeben wurde der 50-Jährige zum Präsidenten der Birsfelder Ortssektion der FDP gewählt. Zuvor musste er bei den Birstal Starwings wieder interimistisch die Geschicke als Trainer leiten, nachdem der erfolglose Roland Pavlovski zurücktrat.

Donati ist Vize-Präsident der Starwings. Und Dienststellenleiter der Baselbieter Motorfahrzeugkontrolle (MFK). Herr Donati, sind Sie ein Workaholic? «Nein, ich glaube nicht.» Eigentlich hätte er gerne weniger Arbeit, damit er mal Zeit hätte für ein Hobby. Fitnesstraining zum Beispiel: «Wenn ich das nächste Mal ein Jahresabo löse, ziehe ich es durch», verspricht Donati. Letztmals nutzte er sein Abonnement nur gerade drei Monate.

«Konnte kaum schlafen»

Was der Birsfelder aber nicht gut kann, ist Nein sagen. Als die Starwings ihn im Februar anfragten, ob er das strauchelnde NLA-Team interimistisch als Trainer übernehmen könne, sagte er zu. «Ich konnte danach die halbe Nacht nicht schlafen», sagte er. Denn eigentlich wollte er nie mehr zurück auf den Trainerstuhl, auf dem er bis zu seinem Rücktritt vor vier Jahren so viele Höhen und Tiefen erlebt hatte - unter anderem den Aufstieg in die NLA 2005.

Nach vier Jahren als Coach der Starwings aber begann Donatis Gesundheit zu leiden. Eine Darmerkrankung führte dazu, dass er nichts mehr essen konnte und bis auf die Knochen abmagerte. Donati musste die Notbremse ziehen - fortan war er «nur» noch Trainer der 1.-Liga-Mannschaft CVJM Birsfelden und er zog von Basel zurück in seinen Geburtsort Birsfelden. «Hier bin ich aufgewachsen, hier fühle ich mich am wohlsten. Birsfelden ist ein schönes Dorf.» An seinen Heimatgefühlen ändern auch die politischen Querelen nichts, aus denen sein Dorf seit Jahren nicht herausfindet. Im Gegenteil: Donati hat die politische Situation zum Anlass genommen, sich selbst zu engagieren. Nach seiner Rückkehr nach Birsfelden schloss sich der frühere Christdemokrat der FDP an. Zur CVP wollte er nicht mehr. Er unterstützte die Ersatzsteuer nicht, welche die CVP bei Kirchenaustritten verlangte.

Nun Präsident der Birsfelder FDP

Das Präsidentenamt der FDP-Ortssektion strebte der ausgebildete Betriebsökonom nicht an, aber schliesslich konnte er wieder nicht Nein sagen. «Sie wissen ja, wie es bei den Ehrenämtern ist. Da reisst sich kaum jemand drum», scheint er sich zu rechtfertigen, warum er schon wieder in die Bresche springen muss. Seit letztem Herbst sitzt er zudem in der Birsfelder Gemeindekommission und in der Geschäftsprüfungskommission. Hat der Raucher und starke Kaffeetrinker («Ich brauche zehn Tassen pro Tag») wieder aufgehört, auf seinen Körper zu hören? Donati beschwichtigt: Die Dorfpolitik verlange bedeutend weniger ab als die Arbeit als NLA-Trainer im Basketball.

Nicht nur der zeitliche Aufwand hält sich in Grenzen. Auch ist Donati hier vor dem verschont, was ihm am meisten an die Substanz geht: dem Verlieren. Er verliert derart ungern, dass er nicht mal Computerspiele zocken kann. Im Politikstil, wie er Donati vorschwebt, gibt es aber keine Sieger oder Verlierer. «Das Parteibüchlein spielt überhaupt keine Rolle», sagt er. «Wichtig ist, dass wir gemeinsame Sache machen mit dem Dorf Birsfelden.»

Seine politische Karriereplanung stellt Donati da gerne hinten an. «Als Dienststellenleiter beim Kanton darf ich ohnehin nicht für den Landrat kandidieren», sagt Pascal Donati. Und der Job bei der Motorfahrzeugkontrolle, bei der er seit 17 Jahren tätig ist, gefällt ihm zu gut, als dass er ihn für die Politik hergeben will. Sein Körper wird es ihm danken.