Arealentwicklung
Bis zu 37 Areale: Erst im Herbst 2013 kommt Strategie auf den Tisch

Die mit Spannung erwartete Strategie zur Entwicklung und Bewirtschaftung kantonaler Industrieareale kommt erst in einem Jahr. Dies kündigte die Baselbieter Regierungspräsidentin Sabine Pegoraro am Rand einer Veranstaltung in Waldenburg an.

Bojan Stula
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Heiss umstrittenes Entwicklungsgebiet: Salina Raurica zwischen Schweizerhalle und der Gemeinde Augst.

Heiss umstrittenes Entwicklungsgebiet: Salina Raurica zwischen Schweizerhalle und der Gemeinde Augst.

Wieder einmal würde Baselland nur reagieren und nicht agieren. So lautete der Tenor der Kritik nach dem Coop-Deal für Salina Raurica vom vergangenen Freitag. Wirtschaftskammer-Direktor Christoph Buser fuhr seiner eigenen Regierungsrätin Sabine Pegoraro an den Karren, dass die 300-Millionen-Investition von Coop für das «Filetstück» des neu geschaffenen Industrieareals zu wenig nachhaltig sei. Grünen-Landrat Klaus Kirchmayr doppelte mit der Kritik nach, dass die Regierung zuerst eine Strategie für Salina Raurica hätte festlegen sollen und erst dann gemäss dieser die Investoren auswählen. Ob all der Schelte geriet die Freude über die 300-Millionen-Investition und 250 neue Arbeitsplätze im Baselbiet fast schon unter den Tisch. Hintergrund der Kritik: Bei den Baselbieter Parteien wächst in immer stärkerem Mass der Unmut, dass auf die im Frühjahr gross angekündigte Wirtschaftsoffensive der Baselbieter Regierung keine Taten folgen. So wartet der Landkanton immer noch auf das für diesen Herbst angekündigte neue Kompetenzzentrum für Wirtschaftsentwicklung, das direkt Gesundheits- und Volkswirtschaftsdirektor Peter Zwick unterstellt sein soll.

Auch was die versprochene Arealentwicklungsstrategie angeht, muss sich der Landrat noch mindestens ein Jahr lang gedulden. An der Delegiertenversammlung des Verbands Basellandschaftlicher Gemeinden VBLG in Waldenburg kündigte Regierungspräsidentin Pegoraro an, dass der Strategiebericht der Baselbieter Regierung in einem Jahr vorliegen werde. Brisant: Laut Pegoraro hat die Regierung bis heute 37 mögliche Entwicklungsareale evaluiert. Bisher hielt die Regierung diesbezügliche Angaben stets unter Verschluss, um nicht die Bodenspekulanten in den entsprechenden Gebieten auf den Plan zu rufen. Es ist aber kein Geheimnis, dass neben Salina Raurica die Industriebrache auf dem ehemaligen Brown-Boveri-Areal in Arlesheim und das Hafengebiet in Birsfelden zu den aussichtsreichsten Entwicklungsarealen zählen. Ziel der Regierung ist es, die Vergabe der wenigen noch verfügbaren Industrieareale im Landkanton nach einem möglichst wertschöpfenden Konzept vorzunehmen. Platzfressende Logistik-Unternehmen gelten dabei als unerwünscht, da sie nur wenige Arbeitsplätze pro Quadratmeter generieren. Besonders begehrt dagegen sind Forschungs- und Produktions-Unternehmen aus dem Bereich der Life Sciences, deren Mitarbeiter nicht zuletzt auch gute Steuerzahler in den Gemeinden sind. Durch die neue Strategie erhofft sich die Baselbieter Regierung mittelfristig 5 bis 10 Prozent mehr Steuereinnahmen von juristischen Personen.