Margarethenstich
BLT-Spitze erteilt BVB Absage: Margarethenstich kommt zur BLT

Der Margarethenstich wird von der BLT betrieben – das war die Botschaft, die Direktor Andreas Büttiker und Verwaltungsratspräsident André Dosé an einer Medienkonferenz verlauten liessen.

Benjamin Wieland
Merken
Drucken
Teilen
Reden Klartext: BLT-Direktor Andreas Büttiker (links) und -Verwaltungsratspräsident André Dosé.

Reden Klartext: BLT-Direktor Andreas Büttiker (links) und -Verwaltungsratspräsident André Dosé.

bwi

«Es geht darum, getätigte Investitionen zu schützen», sagte Andreas Büttiker. Die BLT habe langfristig Rollmaterial beschafft und Depots erstellt. Würde die Einsatzlinie nach Inbetriebnahme des Margarethenstichs von den BVB übernommen oder gemeinsam betrieben, so entstünden der BLT Überkapazitäten.

Stattdessen soll die Linie 17, wie von den BLT vorgeschlagen, vom Leimental her kommend von der Haltestelle Zoo Dorenbach über den Margarethenstich zum Bahnhof SBB und danach weiter zum Messeplatz und Badischen Bahnhof geführt werden.

Einem Mischbetrieb erteilte Dosé eine klare Absage - «Ein gemeinsamer Betrieb ist nicht verhandelbar.»

Büttiker: Keine Jobverlust bei BVB

Laut Büttiker würde sich durch die veränderte Linienführung für die BLT keine grundsätzlichen betrieblichen Änderungen ergeben. «Wir bräuchten genau gleich viele Kurse wie heute und somit auch gleich viel Personal», versicherte Büttiker.

Auch die BVB müssten keinen Personalabbau fürchten, so der BLT-Direktor weiter. Denn die BVB-Einsatzlinie, die heute zwischen Bahnhof SBB und Badischer Bahnhof verkehrt, könne neu den Abschnitt zwischen Innenstadt und Wiesenplatz bedienen.

Büttiker: «Mit diesem Abtausch gibt es keine wesentlichen Fahrleistungs-Veränderungen, weder bei der BLT, noch bei der BVB.»

Zank um «Filetstück»

Büttiker ging auf einen Artikel ein, der im Juli in der BVB-Personalzeitschrift erschienen ist. Dort ist von einem Verlust von zwanzig Stellen die Rede, wenn der 17er die Strecke zwischen den Bahnhöfen übernehmen würde. Diese hatte Martin Gudenrath, Verwaltungsratspräsident der BLT, wiederholt als «Filetstück» bezeichnet.

Die Aussage der BVB-Geschäftsleitung, die Stellen würden wegfallen, sei falsch, ärgerte sich Büttiker: «Das löst Wut und Ängste aus, das ist bedauerlich.»

«Rote Linie überschritten»

Das war nicht die einzige Kritik an die Adresse der BVB-Führung. So habe diese es zugelassen, dass ein Mitarbeiter über das Mail-System einen politischen Vorstoss samt Unterschriftenbogen verschicken durfte. Alle BVB-Mitarbeiter erhielten eine Petition, in der der Basler Regierungsrat dazu aufgefordert wird, den Margarethenstich nicht der BLT zu überlassen.

Die «Beweise» wie Kopien der Motion und des E-Mails verteilte die BLT in den Medienunterlagen. «Mit diesem E-Mail wurde eine rote Linie überschritten», meinte Büttiker dazu.

500 Meter Schiene

Das Verhältnis zwischen den beiden Transport-Unternehmen hatte sich in den letzten Monaten abgekühlt. Auslöser war der Anspruch der BVB auf den Betrieb des Margarethenstichs, einer rund 250 Meter langen Neubaustrecke zwischen den bestehenden Haltestellen Zoo Dorenbach und Margarethenstrasse.

Eine Eskalation löste ein privates Schreiben aus, das Dosé im März von BVB-Verwaltungsratspräsident Martin Gudenrath erhielt und im August den Weg an die Öffentlichkeit fand. Darin bot Gudenrath Dosé an, künftig neue Flexitiy-Trams der BVB zu mieten statt weitere Tango-Trams zu kaufen.

Dies, weil die Flexity-Fahrzeuge günstiger in der Anschaffung und im Betrieb seien als die Tango-Trams. Dosé sprach daraufhin von «unwahren Behauptungen».