Bottmingen
Grosse Pläne fürs «Statiönli»: Hier soll künftig das Tram wenden

An der Station Bottmingen Schloss steigen werktags rund 12'000 Menschen ein und aus. Geht es nach dem Kanton Baselland und der BLT, wird die Haltestelle saniert - und neu mit einer Wendeschlaufe augestattet.

Brooke Keller
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Rund 12'000 Menschen benutzen werktags die Haltestelle Bottmingen Schloss.

Rund 12'000 Menschen benutzen werktags die Haltestelle Bottmingen Schloss.

Archiv-Bild: Kenneth Nars

Einer der wichtigsten ÖV-Knotenpunkte in der Basler Agglomeration könnte in ein paar Jahren komplett anders aussehen. Die Tram- und Bushaltestelle Bottmingen Schloss soll umgebaut werden, unter anderem ist eine neue Tramwendeschlaufe vorgesehen. Zwar hat der Baselbieter Landrat noch keinen Kredit gesprochen. Der ÖV-Knoten Bottmingen ist jedoch im Agglo-Programm für Bundesbeiträge angemeldet. Nach der Machbarkeitsprüfung folgt jetzt die Vorprojektphase.

Dass bei diesem Umsteigepunkt etwas gehen muss, war schon lange klar. Das «Statiönli», wie die Haltestelle Bottmingen Schloss im Volksmund genannt wird, weist einige Defizite auf. Die Liste ist lang: Der Zugang zu den wenigen Veloparkplätzen ist gefährlich und unzureichend markiert, die vorhandenen Haltestellenkanten entsprechen nicht mehr den betrieblichen Anforderungen und erfüllen die Mindesthöhe für beeinträchtige Menschen nicht. Sodann ist auch die Anordnung der verschiedenen Bushaltestellen unübersichtlich, und für Taxis gibt es keinen wirklichen Platz.

Andreas Büttiker, Direktor BLT.

Andreas Büttiker, Direktor BLT.


www.gregorbraendli.com

Andreas Büttiker, Direktor der Baselland Transport AG, bestätigt, dass in Bottmingen etwas passieren muss:

«Die Realisierung eines zeitgemässen und sicheren Busbahnhofs ist überfällig.»

Der Zeitpunkt sei aber auch ideal, um gleich die Erstellung einer Tramwendeschlaufe zu prüfen und in der Planung mit zu berücksichtigen.

17er-Tram soll nur noch bis Bottmingen fahren

Zwar geniesse die neue Wendemöglichkeit für das 17er-Tram lediglich sekundäre Priorität. Doch diese Infrastruktur würde sich im Hinblick auf potenzielle Weiterentwicklungen des Tramangebotes im Leimental trotzdem aufdrängen. Würde beispielsweise die Betriebszeit der Einsatzlinie 17 erweitert, so mache es aus Kapazitäts- und Kostengründen keinen Sinn, das Tram bis Oberwil oder Ettingen weiterzuführen.

Die Schlaufe würde folglich dazu dienen, dass die Trams, die von der Stadt her kommend nach Bottmingen fahren, dort wenden können. «Wir würden dadurch auch unnötigerweise die Bahnübergänge zusätzlich belasten und so den Strassenverkehr behindern», führt Büttiker aus.

Es gebe zwei Varianten: eine Wendeschlaufe bei der Haltestelle Bottmingen oder eine bei der Haltestelle Stallen. Beide Varianten seien technisch möglich.

«Jetzt ist es nötig, die verschiedenen Anspruchsgruppen miteinzubeziehen und eine Güterabwägung vorzunehmen»,

erklärt der Direktor der BLT.

Die ersten Pläne sind schon 13 Jahre alt

Initiiert wurde das Projekt «ÖV-Drehscheibe Bottmingen» vom Kanton, er leitet auch die Planungsarbeiten. Vorgesehen ist, neben den bereits erwähnten Punkten, auch eine umfassende Umgestaltung und Aufwertung der Umgebung. Es geht unter anderem um eine Entflechtung und Verbesserung der Verkehrsströme und um die Erhöhung der Sicherheit für die Verkehrsteilnehmenden.

Die Umgestaltung des Bahnhofs wird vom Bottminger Gemeinderat grundsätzlich begrüsst, setzt er sich doch seit langem für eine höhere Attraktivität des Zentrums ein. Der Wendeschlaufe steht der Gemeinderat hingegen kritisch gegenüber, eine abschliessende Meinungsbildung hierzu habe jedoch noch nicht stattgefunden, lässt die Gemeinde auf Anfrage der bz verlauten.

Die Umgestaltung des «Statiönli» liegt bereits seit mehr als zehn Jahren auf dem Tapet. Die ersten Planungen gehen auf das Jahr 2008 zurück. Allerdings hatte man es zu Beginn versäumt, die Behindertentauglichkeit einzuplanen. Zudem zeigte sich, dass sich der nötige Landerwerb schwieriger gestaltete als erwartet.

Rund 20 Millionen Franken soll der Umbau des gesamten ÖV-Bahnhofs kosten. Im Jahr 2024 möchten die Behörden mit den Arbeiten beginnen.