Genügend Schweizer Holz
Brennholz-Engpässe: Wald beider Basel widerspricht der Landi

Wald beider Basel kritisiert die Landi, weil sie in ihren Läden Brennholz aus Osteuropa verkauft. Der Grund: Lieferengpässe hier in der Heimat. Wald beider Basel will der Landi aber nicht so recht glauben. Man sieht aber auch ein, dass es für Landi in der Schweiz schwieriger ist als in Osteuropa.

Simon Tschopp
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In unseren Wäldern liegt mehr Holz, als man verbrennen kann.

In unseren Wäldern liegt mehr Holz, als man verbrennen kann.

Kenneth Nars

Hiesige Landi-Läden führen in ihrem Sortiment Brennholz aus Osteuropa, und das zu «Dumpingpreisen», kritisiert Niggi Bärtschi, Bürgerrat von Sissach und Vorstandsmitglied von Wald beider Basel. Der Anteil an Schweizer Brennholz, das Landi anbietet, beträgt zwei Drittel. Sie seien auf Holz aus osteuropäischen Ländern angewiesen, weil in der jetzigen kalten Jahreszeit einheimische Lieferanten Engpässe hätten, rechtfertigt sich der Geschäftsführer von Landi Reba AG, Beat Gisin (bz von gestern).

Das will Raphael Häner nicht so recht glauben. Der Geschäftsführer des Waldeigentümerverbands Wald beider Basel sagt: «Es fehlt der Wille. Wenn Landi sich auf die Fahne schreiben würde, nur noch Brennholz aus der Schweiz zu beziehen, wäre das überhaupt kein Problem.»

Hier könnten rund zehn Millionen Kubikmeter Holz genutzt werden, aktuell sind es sechs Millionen. Landi könnte vier Millionen Kubikmeter Brennholz einkaufen, in der Schweiz habe es genügend davon, rechnet Häner vor und bringt es auf den Punkt: «In unserem Land ist mehr Holz vorhanden, als wir verbrennen können.»

Brennholz aus Osteuropa ist ein «Luxusprodukt»

Der Forstingenieur ruft Landi dazu auf, eine aktivere Rolle einzunehmen. «Ihre Verantwortlichen merken ja nicht erst im Dezember, dass die Leute mehr heizen.» Sie könnten sich auf langjährige Zahlen stützen. Der Geschäftsführer von Wald beider Basel zeigt aber auch Verständnis fürs Unternehmen, bei dem die Finanzen ebenfalls stimmen müssten.

Raphael Häner gesteht, dass es hier keinen grossen Anbieter für Brennholz gibt wie vielleicht in Osteuropa. Deshalb sei es in der Schweiz schwieriger, weil Grosskunden wie Landi mehrere Lieferanten suchen müssten. Fast jeder hiesige Forstbetrieb bietet Brennholz an.

Dieses sei jedoch nicht so schön und steril verpackt wie die Ware aus Osteuropa. Hier prallen laut Häner auch die Gegensätze unserer Gesellschaft aufeinander: Holz ist etwas Gutes und Positives, aber es soll gefälligst keinen Staub verursachen und so eingepackt sein, dass wir es im Einkaufswagen mitnehmen können. Zudem soll es möglichst billig sein. Raphael Häner bezeichnet das Brennholz aus Osteuropa im Kosten-Nutzen-Vergleich als «Luxusprodukt».

Notwendige Lieferketten müssten optimiert werden

Als Verband der Waldeigentümer seien sie durchaus interessiert, mit der Landi ins Gespräch zu kommen, betont Häner. Das erfordere jedoch, die notwendige Lieferkette im Wald zu optimieren. Konsumenten könnten aber auch den Förster kontaktieren und bei ihm Brennholz bestellen und es geschnitten liefern lassen. Allerdings: Das kostet mehr und braucht entsprechenden Lagerraum.