Landrat
Brigitte Bos kehrt als nachrückende Landrätin in die Politik zurück

Nach acht Amtsjahren musste Brigitte Bos im vergangenen Jahr das Stadtpräsidium von Laufen abgeben. Nun kehrt die CVP-Frau in die Politik zurück. Christian Steiner wird in zwei Wochen aus dem Landrat zurücktreten, Bos kann nachrücken.

Leif Simonsen
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Die Vollblutpolitikerin Brigitte Bos rückt in den Landrat nach.

Die Vollblutpolitikerin Brigitte Bos rückt in den Landrat nach.

Kenneth Nars

Acht Jahre war Brigitte Bos Stadtpräsidentin Laufens - im vergangenen Jahr musste sie das Amt wegen der Amtszeitbeschränkung aufgeben. Jetzt kehrt die 51-jährige Vollblutpolitikerin der CVP auf die politische Bühne zurück: Im Sommer wird sie für den zurücktretenden Christian Steiner aus Liesberg in den Baselbieter Landrat einziehen. Steiner wird gemäss Recherchen seinen Rücktritt in der nächsten Landratssitzung vom 16. Mai offiziell bekannt geben. Gegenüber der bz begründet dies der Primarschullehrer so: «Im Sommer werde ich pensioniert. Ich nehme das zum Anlass, mich auch aus der Politik zurückzuziehen und mich voll auf meine Hobbys Musik, Wandern und Reisen zu konzentrieren.» Steiner holte bei den Landratswahlen 2011 parteiintern im Wahlkreis Laufen am meisten Stimmen (1510) vor dem Grellinger Franz Meyer (1481). Bos verpasste mit 1312 Stimmen den Einzug in den Landrat nur knapp.

CVP darf auf frischen Wind hoffen

Während Steiner in jüngerer Vergangenheit zum Hinterbänkler wurde (in den letzten zwei Jahren reichte er nur einen Vorstoss ein), darf sich die CVP von Brigitte Bos neuen Wind erhoffen. Die diplomierte Logopädin sagt, sie sei vom «Virus Politik infiziert». Trotzdem will sich die Laufnerin im Landrat zunächst zurückhaltend verhalten und den Ratsbetrieb beobachten. «Ich gebe mir zwei Monate Zeit. Dann aber will ich anfangen, mitzugestalten. Die Mitgestaltung ist ja das, was die Politik ausmacht.» Ihr Hauptaugenmerk wird die dreifache Mutter auf die Familienpolitik legen und darüber hinaus versuchen, dem zunehmenden Zentralismus des Kantons einen Riegel zu schieben.

Bos ist sich bewusst, dass der Wechsel von der Exekutive in die Legislative eine Herausforderung wird. Als Laufner Stadtpräsidentin habe sie die Nähe zur Bevölkerung geschätzt. Fernab in Liestal zu sein, berge ein gewisses Frustpotenzial: «Ich kann leider nicht in allen 86 Gemeinden auf Tuchfühlung mit der Bevölkerung sein.» Trotzdem weiss sie: 2015 will sie sich wieder als Landratskandidatin aufstellen lassen. «Wenn ich wüsste, dass ich dem Landrat nur zwei Jahre angehören will, dann würde ich nicht nachrücken. Nur zwei Jahre in der Legislative zu sitzen: Darin sehe ich keinen Nutzen.»