Gelterkinden
Bürgerliche wollen Angriff der SP mit Ruesch und Degen parieren

In der 6020-Seelen-Gemeinde Gelterkinden präsentiert sich die Ausgangslage für die zwei frei werdenden Gemeinderatssitze brisant. Die SP strebt mit Landrat Martin Rüegg ein drittes Mandat an. Der Bürgerliche Zusammenschluss Gelterkinden (BZG) jedoch will die zwei Sitze mit Stefan Degen und Stefan Ruesch wiederbesetzen.

Simon Tschopp
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Wie wird sich in Gelterkinden der Gemeinderat ab 1.Juli zusammensetzen?

Wie wird sich in Gelterkinden der Gemeinderat ab 1.Juli zusammensetzen?

Kenneth Nars

«Ich möchte mitgestalten, verändern und grosse Projekte der Gemeinde Gelterkinden in die Zukunft begleiten», erklärt Stefan Degen, der kaufmännischer Leiter einer Ladenbaufirma ist. Das 34-jährige FDP-Mitglied will seine Finanzkompetenz und Erfahrung im Projektmanagement in den Gemeinderat einbringen. «Dieser soll mit meiner Wahl verjüngt werden.» Deshalb sieht sich Degen altersmässig gegenüber Martin Rüegg, der 58-jährig ist, im Vorteil und beurteilt seine Wahlchancen als intakt.

«Zudem habe ich Führungserfahrung mit Personalverantwortung, was Martin Rüegg als Gymnasiallehrer und Präsident zweier Vereine nicht hat», wirbt Stefan Degen in eigener Sache und ergänzt: Rüegg sei vorletztes Jahr für die Fusion beider Basel gewesen, was die Mehrheit in Gelterkinden nicht wolle.

«Ich hoffe, dass die Vakanzen bürgerlich besetzt werden», sagt Degen. Die eidgenössischen Vorlagen, über die ebenfalls am 28. Februar abgestimmt wird, würden diese Chancen erhöhen. Denn Stefan Degen glaubt, dass sich dadurch bürgerliche Stimmbürgerinnen und -bürger besser mobilisieren lassen.

Mit Stefan Ruesch vom BZG bewirbt sich einer für den Gemeinderat, der seit Geburt in Gelterkinden wohnt und Ortsbürger ist. Mit ihm käme quasi das Original in die Exekutive. «Mir liegt das Dorf am Herzen, ich habe viel profitiert, nun möchte ich mich im Gemeinderat einbringen», sagt der 32-Jährige, der Inhaber eines Treuhandbüros ist. Er hat eine technische Grundausbildung absolviert und bildete sich betriebswirtschaftlich weiter.

Stefan Ruesch ist erblich vorbelastet; er sass schon als Knabe im Gemeinderatszimmer, als sein Vater Akten studierte; Karl Ruesch gehörte zwölf Jahre dem Gelterkinder Gemeinderat an. Zu seinen Wahlchancen sagt Stefan Ruesch: «Ich sehe die Chancen als sehr ausgeglichen und wage daher keine Prognose zu stellen.»

Sissach: Das Heu ist noch nicht im Trockenen

Erstaunlicherweise bleibt im Bezirkshauptort Sissach eine Kampfwahl aus. Für die zwei vakant werdenden Gemeinderatssitze stehen zwei neue Kandidaten bereit: Fredi Binggeli (SVP) und Robert Bösiger (siehe Interview auf dieser Seite), der für die Ortsgruppe Stechpalme ins Rennen steigt. Die SP gibt das Mandat des nicht mehr antretenden Gemeinderats Paul Bieri kampflos preis.

Fredi Binggeli beendet bald seine berufliche Karriere als Kadermann eines Telekommunikationsunternehmens. «Ich hatte schon immer Interesse am Gemeinderatsamt. Doch mein Beruf liess ein solches Engagement nicht zu. Für dieses habe ich nun Zeit», erklärt das Vorstandsmitglied der SVP Sissach und Umgebung. Binggeli wird auch von der FDP unterstützt.

Ohne Kampfwahl gäbe es vielleicht eine gewisse Entspannung, meint Fredi Binggeli. Aber das Heu sei noch nicht im Trockenen. «Der Match ist dann fertig, wenn er abgepfiffen ist.» Wird er sich, falls gewählt, als einziger Bürgerlicher im Sissacher Gemeinderat nicht als Einzelkämpfer fühlen? Binggeli verneint. Er stehe zu seinen bürgerlichen Werten und kenne die Gemeinderatsmitglieder mehr oder weniger gut. «Mit diesen werde ich gut zusammenarbeiten können», ist er überzeugt. (stz)