Lausen
Bürgerschreck: Wenn in Lausen einer tut, was ausser ihm keiner will

Anwohner wehren sich gegen Bewohner Paul G. Er soll tun, was ausser ihm keiner will und fordere so Streit heraus. «Ich bin tolerant, aber das geht mir ans Lebendige», sagt ein Anwohner.

Daniel Aenishänslin
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«Dazu möchte ich im Moment nichts sagen», sagt Lausens Gemeindepräsident Peter Aerni, «es handelt sich um ein laufendes Verfahren.»

Anwohner der Hupperstrasse haben eben erst Anzeige erstattet. Für einmal handelt es sich um einen überlangen Wohnwagen. Eigentlich geht es aber immer um Paul G. «Seit 20 Jahren macht er, was er will», schimpft Anwohner Bruno Greub.

Immerhin ist inzwischen die Geruchsbelästigung ausgestanden, die jeweils im Sommer schwer durch das Furlenquartier wabert (bz berichtete). G. entsorgt Abfälle in seinem Garten, die sich stets bemerkbar machen, wenn die Hitze kommt.

Seine Nachbarn verlangten jahrelang die fachgerechte Entsorgung des Abfalls. Arthur Rohrbach vom Amt für Umweltschutz sagte noch vor Jahresfrist, «dass jemand in diesem Zusammenhang überhaupt keine Einsicht zeigt, ist schon exotisch».

Der neueste Frust der Anwohner ist so neu auch wieder nicht. Paul G. besitzt einen langen Wohnwagen, der einen entsprechenden Parkplatz benötigt. Gelegentlich wurde er an der Furlenstrasse abgestellt, nun aber steht er wieder auf dem Besucherparkplatz der Hupperstrasse. Ein Parkplatz also, der mehreren Anwohnern gehört.

Damit der Wohnwagen Platz findet, hat Paul G. «ohne uns zu fragen, das damals von der Baupolizei verlangte und genehmigte Sicherheitsgeländer durchgetrennt und entfernt», wie sieben Anwohner-Parteien in ihrer Anzeige schreiben.

Schaden geht in die Zehntausende

Diese Situation wollen die Anwohner der Gemeinde bereits vor zwei Jahren gemeldet haben. Die Gemeinde wies sie darauf auf ihre Verantwortung hin, als Eigentümer die Gefahr zu bannen. Aktuell besteht für einen Menschen die Gefahr eines Absturzes in etwa drei Meter Tiefe, sobald der Wohnwagen nicht auf diesem Parkplatz steht und somit die Lücke schliesst.

Dass es aussergerichtlich wohl nicht zu einer Lösung kommen wird, liegt deshalb nahe, weil sich die involvierten Parteien durch Anwälte vertreten lassen. Die Gemeinde Lausen greift auf das Gelterkinder Anwaltsbüro Baader zurück, die Anwohner lassen sich von Dieter Völlmin vom Muttenzer Büro Lexpartners vertreten. Und zumindest als es um den Kompost ging, sicherte sich Paul G. die Dienste von Angela Gantner von der Liestaler Advokatur Gantner & Gantner. Dies geht aus Unterlagen hervor, die der bz vorliegen.

Der Wohnwagen von Paul G. wird nicht der letzte Streitpunkt bleiben. «Ich bin tolerant, aber das geht mir ans Lebendige», sagt Ulrich Winkler. Er bewohnt das Reihenhaus, das unmittelbar an jenes von Paul G. grenzt.

Winkler hat einen Wasserschaden von mehreren zehntausend Franken, «weil G. sein Dach nicht saniert und stattdessen nur eine Blache darüber gelegt hat». Spritzwasser dringe trotzdem ein.

2004 kam es zum ersten Wasserschaden. Die Gebäudeversicherung übernahm ihn, und Winkler kaufte sich ein neues Dach. Man empfahl dem Hauseigentümer diesen Schritt, den Paul G. nicht vollzog. Winkler hält einen Feuchtmesser an die Wand seines Wohnzimmers.

Sie ist gleichzeitig das Mauerwerk, das sein Haus von jenem von Paul G. trennt. Das Messgerät zeigt Feuchtigkeit an. Eine Tapete ist da schon lange nicht mehr. Gesundheitsschädigend aber ist der Schimmel, fürchtet Winkler.

Eine Baustelle bleibt auch der Garten von Paul G. Noch immer lagern dort alte Autoreifen, aus denen Paul G. illegal eine Stützmauer baute. Sie müssen weg. Das sieht auch das Amt für Umweltschutz und Energie so, wie aus einem Schreiben vom 7.August hervorgeht. Zudem sagt die Verordnung über den Verkehr mit Abfällen, dass Reifen Schwermetalle enthalten, die Mensch und Umwelt schädigen können.

Die Anwohner der Hupperstrasse fühlen sich von Kanton und Gemeinde zu wenig unterstützt. Nach ihrer Sicht der Dinge schieben sich beide gegenseitig die Verantwortung zu. Sie hoffen, dass durch ihre Anzeige endlich Bewegung in die Hupperstrasse kommt. Nur einer scheint sich nicht zu rühren: Paul G.