Happy End
Büsi Mali nach zweijähriger Odyssee wieder bei ihrer Familie

Zwei Jahre lang war Mali verschollen. Dann tauchte sie wieder auf. Die Besitzerfamilie glaubte, ihre Hauskatze sei längst tot. Der Chip führte Mali und ihre Familie wieder zusammen.

Nils Hänggi
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Die totgeglaubte Katze Mali wird von der Familie geliebkost.

Die totgeglaubte Katze Mali wird von der Familie geliebkost.

zvg

Mali, eine streunende Katze, die nach zwei Jahren wieder gefunden wird. Eine Familie, die nach dieser langen Zeit nicht mehr damit rechnete, ihr Haustier je wieder zu sehen. Und das Katzenheim in Muttenz, das im hektischen Alltag eine ganz und gar nicht alltägliche Geschichte mit Happy End erlebte. Das sind die Protagonisten eines Ereignisses, das sich letzten Samstag im Katzenheim des Tierschutzbundes Basel regional zugetragen hat.

Die Odyssee begann vor zwei Jahren. Malis Besitzerfamilie war erst gerade nach Muttenz gezogen. Mali und deren Bruder wurden drei Wochen im Haus gehalten, wie das Tierschutz-Organisationen empfehlen. So sollen sich die Haustiere an die neue Umgebung gewöhnen – vor allem aber soll verhindert werden, dass sie ihren früheren Wohnort aufsuchen. Denn immer wieder wird von Katzen berichtet, die jede noch so weite Strecke unter die Pfoten nehmen, um zu ihrem früheren Habitat zurück zu gelangen – und verschwinden.

Nach den drei Wochen Eingewöhnungszeit liessen die Besitzer Mali zum ersten Mal ins Freie – und schon bald kehrte diese nicht mehr heim. Das ist Ende Februar zwei Jahre her. Trotz langer und intensiver Suche blieb das getigerte Büsi verschollen.

Die Familie zog danach nochmals um, ins hintere Baselbiet. Sie hatte die Hoffnung inzwischen aufgegeben, Mali je wieder zu Gesicht zu bekommen. Umso grösser war die Freude, als vergangene Woche der Tierschutzbund Basel regional anrief. Mali ist gefunden und wohlauf. Sie sei im Katzenheim Muttenz abgegeben worden – man könne sie dort abholen.

Dank Chip wieder zu Hause

«Sie können sich denken, wie erstaunt die Familie war», erzählt Anouk Benziad, Leiterin des Katzenheimes. Innerhalb einer Stunde seien die Besitzer beim Katzenheim gewesen und hätten Mali dort in die Arme geschlossen. «Mali war von der Situation völlig überrascht, liess die Herzlichkeiten der überglücklichen Familie über sich ergehen.» Benziad ist jedoch überzeugt: Mali freute sich auch. Sie habe in den Katzenaugen «so ein besonderes Glänzen» erkennen können.

So schnell die Besitzer ausfindig machen zu können, machte ein Chip möglich – einen solchen tragen jedoch längst nicht alle Katzen, wie Benziad erklärt: «Im Gegensatz zu Hunden ist das Chippen von Katzen nicht obligatorisch. Was eigentlich abstrus ist, da Katzen eher davon laufen als Hunde, die meistens an einer Leine geführt werden.» Würden mehr Katzen gechippt, gäbe es wohl auch häufiger eine Wiedervereinigung wie dasjenige von vergangenem Wochenende.

Der Chip führte Mali und ihre Familie wieder zusammen. Aber auch er kann die Frage nicht beantworten, wo sich Mali in der Zwischenzeit aufhielt. Es ist aber wahrscheinlich, dass sie in ihr früheres Habitat zurückkehrte und am Ende ihres Ausflugs dann doch wieder in Muttenz landete, wo sie aufgefunden wurde.

Anders als Mali verhielt sich deren Bruder. Auch dieser ist ein Streuner – er kehrte aber noch jedes Mal wieder heim.