bz in Liestal
bz-Stammtisch: «Liestal hat extrem gute Karten in der Hand»

Der bz-Stammtisch im Liestaler Café Mühleisen ist sich einig: Liestal würde eine ideale Hauptstadt für einen gemeinsamen Kanton Basel abgeben - sofern die Fusionsinitiative, und später die Fusion selbst, an der Urne überhaupt angenommen wird.

Bojan Stula
Merken
Drucken
Teilen
Für die Teilnehmer des bz-Stammtisches vom Dienstag steht fest: Liestal würde in einem vereinigten Kanton Basel eine hervorragende Hauptstadt abgeben.

Für die Teilnehmer des bz-Stammtisches vom Dienstag steht fest: Liestal würde in einem vereinigten Kanton Basel eine hervorragende Hauptstadt abgeben.

Bojan Stula

Wer sagt denn, es fehle den Baselbietern an Selbstvertrauen! Für die Teilnehmer des bz-Stammtisches vom Dienstag steht fest: Liestal würde in einem vereinigten Kanton Basel eine hervorragende Hauptstadt abgeben.

Erneut diskutierte im Café Mühleisen zur Mittagszeit eine muntere Runde aus Politikern, Lesern und Redaktoren, diesmal drehte sich alles um die Rolle Liestals in der Fusionsdiskussion. Natürlich müsse zunächst einmal die Fusionsinitiative überhaupt angenommen werden, damit auch die Hauptstadtfrage diskutiert werden könne, argumentierten Grünen-Landrat Klaus Kirchmayr und Peter Bauer von der Starken Region Nordwestschweiz - beide glühende Verfechter des Fusionsgedankens.

Nur wer bereit ist, sich der Fusionsdiskussion zu stellen, habe die Möglichkeit, die Chancen zu erkennen, welche das vereinigte Basel der Stadt Liestal bieten könnte. Denn ein Ja zur Fusionsinitiative bedeute vorerst nicht viel mehr als die Zusage, eine solche im Rahmen eines Verfassungsrates prüfen zu wollen.

Basel benötigt Wachstumspotenzial

Dass diese Möglichkeiten enorm sind, davon war nicht nur Einwohnerrat Patrick Mägli überzeugt: «Ich kann mir Liestal sehr gut als Hauptstadt vorstellen. Es wäre ein starkes Signal an das Oberbaselbiet und gut für den künftigen Zusammenhalt, nicht Basel zur Hauptstadt zu machen.»

Zudem sei Basel gar nicht auf den Regierungshauptsitz angewiesen. Zwar bereitete Bauer der Gedanke Mühe, dass ein vereinigtes Kantonsparlament dereinst im Liestaler Landratssaal tagen könnte - er schlug stattdessen einen Neubau an einem «neutralen Ort» vor. Doch Kirchmayr gab sich fest davon überzeugt, dass eine Mehrheit der Städter Liestal als neue Hauptstadt akzeptieren würde: «Es ist das stärkste Argument überhaupt, dass mit Liestal als Hauptstadt die ländlichen Regionen stärker angebunden würden.»

Keine vergleichbare Stadt der Schweiz habe in den letzten Jahren so viel in den Infrastrukturausbau gesteckt wie Liestal. Sofern dieselbe Dynamik in den Fusionsprozess eingebracht wird, wird Liestal bestimmt nicht als Verlierer dastehen. «Das ist ja der Hauptgrund, wieso die Stadt fusionieren will: Basel sucht dringend nach Wachstumsmöglichkeiten. Liestal hat extrem gute Karten in der Hand.»

Weit und breit kein Fusionsgegner

Interessant: Es war von den Gästen kein grundsätzlicher Fusionsgegner am Stammtisch anwesend. Alle vorgebrachten Argumente stiessen weitgehend auf offene Ohren. Eine neue Hauptstadt irgendwo auf der grünen Wiese wurde hingegen von der Mehrheit als unrealistisch teuer abgelehnt.

Dass Liestal zu klein sein könnte, davon wollte Einwohnerrat Mägli nichts wissen: «Vom Staat New York ist ja auch nicht die Millionenmetropole die Hauptstadt, sondern das Kaff Albany.» Immerhin gab Rentner Christian Quenzel zu bedenken, dass Liestal ohne Verwaltungsgebäude an Lebensqualität sogar noch zulegen könnte. Er plädierte dafür, dass der künftige Verwaltungssitz auf Basel und Liestal aufgeteilt wird.

Der nächste bz-Stammtisch findet am Mittwoch von 13 bis 14 Uhr im Café Mühleisen statt. Diskussionsthema ist die aktuelle Wohnsituation in Liestal. Den Kaffee gibt es am Stammtisch wie gewohnt zum halben Preis.