Wirtschaftskammer
Christoph Buser: Abbau bei den Schulen ist «Jammern auf hohem Niveau»

Direktor Christoph Buser kritisiert in seiner Rede am Neujahrsapéro der Wirtschaftskammer die Oppositionspolitik der Linken. In einigen Punkten widerspricht er dabei seinem Vorredner, dem Chef der BLKB Beat Oberlin.

Hans-Martin Jermann
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Begrüssung der Gäste am Neujahrsapéro der Wirtschaftskammer durch Beat Oberlin, BLKB, Christoph Buser und Andreas Schmied.
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Beat Oberlin hält seine Rede.
Neujahrsapéro Wirtschaftskammer
Die Polit- und Wirtschaftsprominenz applaudiert.
Ein Blick in die Rundhalle des Pantheons in Muttenz.

Begrüssung der Gäste am Neujahrsapéro der Wirtschaftskammer durch Beat Oberlin, BLKB, Christoph Buser und Andreas Schmied.

Martin Töngi

Mit Spannung ist er erwartet worden: Christoph Busers erster Auftritt nach der Wahlniederlage vom 18. Oktober. Nachdem der Direktor der Baselbieter Wirtschaftskammer den Sprung in den Nationalrat verpasst hatte, nahm man ihn in den vergangenen zweieinhalb Monaten kaum wahr. Am Neujahrsapéro der Wirtschaftskammer am Donnerstag im Muttenzer Pantheon wirkte der Verbandschef erholt, seine Rede kämpferisch und von positivem Geist getragen.

Kämpferisch und angriffig zeigte sich der FDP-Landrat vor den 500 geladenen Gästen gegenüber den Linken. Die Spardebatte im Parlament habe ihn nachdenklich gestimmt. Obwohl der Kanton über seinen Verhältnissen lebe, würde Rot-Grün keinen Millimeter nachgeben. In Anlehnung an ein berühmtes Churchill-Zitat kommentierte der FDP-Landrat das so: «Das beste Argument gegen die Demokratie sind 30 Minuten Spardebatte im Landrat.»

Buser mit Oberlin uneins

Klartext redete er zu den Kürzungen bei der Bildung und der Kultur. «Ich habe nicht den Eindruck, dass einseitig gespart wird.» Der angebliche Abbau bei den Schulen ist für Buser «Jammern auf ganz hohem Niveau.» Bei der Kultur seien die Töpfe in den fetten Jahren gefüllt worden. Diese Töpfe habe man auch dann nicht angetastet, als es dem Kanton bereits nicht mehr so gut ging, weil Vereinbarungen mit Basel-Stadt tangiert gewesen seien. «Es gibt aber einen grossen Unterschied zwischen beiden Basel: Die Stadt scheint sich diesen Standard leisten zu können, Baselland kann es definitiv nicht.»

Interessanterweise widersprach Buser hier Co-Gastgeber Beat Oberlin. Der Chef der Basellandschaftlichen Kantonalbank sagte nur wenige Minuten zuvor, dass es uns gut anstehen würde, wenn wir mit der Streichung von Bildungs- und Kulturbudgets aufhören würden. «Wir streichen damit auch einen Teil unserer Zukunft und Identifikation.» Sparen ohne Perspektiven bewirke ganz sicher keine Aufbruchstimmung. «Diese hätten wir aber dringend nötig», sagte Oberlin.

Die vom Bankchef geforderte Aufbruchstimmung ist für den Verbandschef auf eine andere Art zu erreichen. Buser mahnte zwar einen rigorosen Sparkurs in der Erfolgsrechnung an, betonte aber die Notwendigkeit von Investitionen. «Wir müssen aufpassen, dass die Geisteshaltung der eisernen Disziplin nicht so sehr unser Selbstverständnis bestimmt, dass grosse Würfe nicht mehr möglich sind.» Grosses bewirken und «Warum nicht?» fragen – dies wünsche er sich für den Kanton. Optimistisch: So wirkte Christoph Buser am Schluss seiner Neujahrsrede.

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