Coronavirus
Baselland gibt Gas: Impftermine für alle ab 16 und Impfwochenende für Lehrer, Polizisten und Betreuungspersonen

Nachdem am Montag Basel-Stadt Impftermine für Personen ab 16 Jahren freigegeben hat, zieht Baselland nun nach. Ausserdem ist ein gezieltes Impfwochenende für Lehrer, Polizisten und Betreuungspersonen geplant, bestätigt der Kanton Recherchen der bz.

Michael Nittnaus
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Baselland weitet seine Impfstrategie aus.

Baselland weitet seine Impfstrategie aus.

Nicole Nars-Zimmer

Baselland scheint seinen Ruf als Impfvorreiter weiter festigen zu wollen: Wie die bz von mehreren Quellen erfahren hat, möchte der Kanton die Registrierung für Covid-19-Impfungen für alle Personen ab 16 Jahren ermöglichen. Damit zieht man wieder mit dem Kanton Basel-Stadt gleich, der dies am Montag angekündet hatte.

Einen Schritt voraus ist Baselland dafür beim Impfen von bestimmten Berufsgruppen. Schon das Gesundheitspersonal, das dies wünschte, hatte der Landkanton an zwei Wochenenden komplett durchgeimpft. Nun soll dasselbe mit gleich drei Berufsgruppen durchgeführt werden: Lehrpersonen, Polizisten sowie Betreuungspersonen. Der Sprecher der Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion und des kantonalen Krisenstabs, Rolf Wirz, wollte die Informationen der bz am Vormittag noch nicht bestätigen, hielt aber vielsagend fest: «Der Kanton stellt eine Mitteilung zu diesen Themen in Aussicht.»

Wer sich vor Mitte März registriert hat, bekommt bis Mitte Juni einen Termin

Kurz darauf folgte die Meldung, welche die Recherche der bz bestätigt. In der Mitteilung des Kantonalen Krisenstabs ist zu lesen, dass sämtliche registrierten Personen ab 16 Jahren in den nächsten Wochen ihre ersten Impftermine erhalten sollen. Ausschlaggebend bei der Vergabe der Termine sei neu das Datum der Registrierung. Prioritär behandelt werden aber weiterhin Personen über 65 Jahre sowie Personen mit Vorerkrankungen mit höchstem Risiko.

Es könne mehrere Wochen dauern, bis alle registrierten Personen – aktuell sind es knapp 42'000 auf der Warteliste – ihren Impftermin bekommen, heisst es in der Mitteilung weiter. Angestrebt werde der Zeitraum zwischen Mai und Juli für die erste Impfung, unter der Voraussetzung, dass die vom Bundesamt für Gesundheit in Aussicht gestellten Lieferungen termingerecht eintreffen.

«Mit der nächsten Moderna-Lieferung per 1. Juni 2021 können alle Personen, welche sich bis zum 12. März 2021 registriert haben, unabhängig vom Alter, bis Mitte Juni mit Impfterminen rechnen.»

Lehrer und Polizisten seien besonders exponiert

Ebenfalls bestätigt der Kanton, dass er Lehrer, Betreuungspersonen und Polizisten an einem Wochenende gezielt impfen will. Diese Gruppen seien neben dem Gesundheitspersonal in ihrem Berufsalltag sehr stark exponiert. Bei den Lehrern komme hinzu, dass Ausfälle wegen Impfterminen zu Kosten für Stellvertretungen oder zu Unterrichtsausfällen führen können, so die Mitteilung.

Mit der bevorzugten Impfung bestimmter Berufsgruppen beugt sich der Kanton auch dem Druck aus den eigenen Reihen. Unter anderem die Bildungsdirektion hatte sich öffentlich für eine priorisierte Impfung von Lehrpersonen eingesetzt.