Xanax
CVP fordert mehr Prävention gegen Medikamentenmissbrauch

Jocelyn Daloz
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4,5 Prozent aller Jungen respektive 4,1 Prozent aller Mädchen unter 15 Jahren schon mal Medikamente zur Bewusstseinsveränderung eingenommen haben. (Symbolbild)

4,5 Prozent aller Jungen respektive 4,1 Prozent aller Mädchen unter 15 Jahren schon mal Medikamente zur Bewusstseinsveränderung eingenommen haben. (Symbolbild)

Juri Junkov

Seit Dezember 2019 häufen sich Berichte, wonach Baselbieter Jugendliche Medikamente konsumieren, um sich zuzudröhnen. Beruhigungsmittel aus der Klasse der Benzodiazepine – zum Beispiel Xanax – sowie aufputschende Medikamente werden zum Teil masslos eingenommen. Im März 2019 verstarb ein Jugendlicher an einer Überdosis, wie die Zeitung «Die Zeit» in einer Reportage in Reinach berichtet. Jüngst sorgte ein 12-Jähriger am Bahnhof Gelterkinden für Schlagzeilen, als er stark benebelt einer älteren Jugendlichen auffiel und am selben Abend noch ins Spital überführt werden musste.

Jugendanwälte und Polizisten befürchten eine neue Drogenwelle. Vergangene Woche interviewte die bz eine betroffene Mutter, die ihre Hilflosigkeit ausdrückte.

CVP fordert die Regierung auf, aktiv zu werden

Nun greift die Politik dieses Thema auf. Die Baselbieter CVP reicht diese Woche im Landrat ein Postulat ein. Sie fragt die Regierung, welcher Handlungsbedarf besteht. Dabei fordert die Christdemokratin Beatrix von Sury auf, niederschwellige Massnahmen zu prüfen, um die Prävention bei den Jugendlichen zu verstärken.

«Vermutlich ist es den Jugendlichen nicht bewusst, auf was für einem gefährlichen Weg sie sich befinden. Deshalb ist es notwendig, präventiv zu agieren, um auf die Gefahren wie Persönlichkeitsveränderungen oder Vergiftungsrisiko durch einen solchen Medikamentenmissbrauch aufmerksam zu machen», schreibt die Landrätin in ihrem Vorstoss. Sie stützt ihr Anliegen nicht bloss auf den auffälligen Fall in Gelterkinden Anfang Januar, sondern zitiert Studien von Sucht Schweiz und der Weltgesundheitsorganisation WHO.

Gemäss Letzterer sollen 4,5 Prozent aller Jungen respektive 4,1 Prozent aller Mädchen unter 15 Jahren schon mal Medikamente zur Bewusstseinsveränderung eingenommen haben. Seit 2014 stellen die Studien eine Aufwärtstendenz fest.

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