Regierungsratswahlen
CVP macht Anton Lauber zum Spitzenkandidaten

Nussbaumer oder Weber, das ist heute die Frage. Ein Sieger steht bereits fest: Anton Lauber. Die CVP wird ihn zu ihrem Spitzenkandidaten für die Ersatzwahl von Peter Zwick am 12. Mai machen. Elisabeth Schneider verzichtet auf die Kandidatur.

Aline Wanner
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CVP-Präsidentin Sabrina Mohn lässt Gemeinpräsident Anton Lauber den Vortritt.

CVP-Präsidentin Sabrina Mohn lässt Gemeinpräsident Anton Lauber den Vortritt.

Martin Töngi

Zwischen Trauer und Politik. Zwischen Emotionalität und Professionalität. Zwischen Vergangenheit und Zukunft. Diese Woche war für alle eine Gratwanderung: Das Polit-Establishment, das am vergangenen Samstag vom überraschenden Tod des CVP-Regierungsrates Peter Zwick erfuhr, gab sich alle Mühe, dem Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektor jenen Respekt zu zollen, der ihm gebührt. Sie würdigten den Verstorbenen und sprachen bis zur Abdankung am Freitag im Arlesheimer Dom nicht offen über Politik.

Dass sich die Parteistrategen trotzdem Gedanken zum politischen Erbe Peter Zwicks machten, war unvermeidbar. Denn der Kampf darum beginnt heute, wenn das Stimmvolk einen ersten Anlauf unternimmt, den Nachfolger des zurückgetretenen FDP-Finanzdirektors Adrian Ballmer zu wählen.

Für die CVP, die offiziell den SVP-Mann Thomas Weber unterstützt, stellt sich die Frage, ob und mit wem sie für die Ersatzwahl von Peter Zwick am 12. Mai antritt. Der Antwort scheint bereits gegeben: Die CVP steigt ins Rennen mit Anton Lauber, 52, seit gut acht Jahren Gemeindepräsident von Allschwil. Lauber möchte sich zwar noch nicht festlegen, seine Parteikollegen nehmen ihm den Entscheid aber ab.

Nationalrätin Elisabeth Schneider sagt gegenüber dem «Sonntag», sie stehe derzeit nicht für eine Regierungsratskandidatur zur Verfügung. Sie erklärt, dass ein Exekutivamt sicher sehr interessant sei. «Die Herausforderungen sind für mich momentan im Nationalrat aber grösser.» Schneider betont, dass ihr die Arbeit Freude mache und äusserst spannend sei. «Es besteht grosses Potenzial, sich in Bern für die Interessen der Region starkzumachen.» Dieses wolle sie ausschöpfen. Schneider rückte 2010 als Nachfolgerin der zurückgetretenen Kathrin Amacker in den Nationalrat nach.

Dass sich die Politikerin im Bundeshaus wohl fühlt, ist unbestritten. Diese Woche wurde sie von «20 Minuten» gar zur «erfolgreichsten Frau in Bern» gekürt. Sie erntete die Lorbeeren dank einer Auswertung der Online-Plattform Smartmonitor, die ermittelte, dass sie am meisten Abstimmungen gewinne. Erfolg dank hartnäckigem Mitte-Kompromiss. Oder flexiblem Mitte-Opportunismus. Je nach Optik.

Als Kandidaten für den frei gewordenen Regierungsratssitz von Peter Zwick nehmen sich aber auch Parteipräsidentin Sabrina Mohn und CVP-Fraktionschef Felix Keller aus dem Rennen. Keller sagt, für ein Amt als Regierungsrat brauche es eine Persönlichkeit mit Führungs- und ExekutiveErfahrung. Wie Schneider und Mohn verweist er auf: Anton Lauber.

Lauber kann tatsächlich langjährige Polit-Erfahrung vorweisen. Allerdings ausschliesslich auf kommunaler Ebene. Dem Landrat gehörte er nie an. Zweimal kandidierte er für den Nationalrat - ohne Erfolg. Einen Namen in der Region machte sich der Allschwiler Gemeindepräsident als Präsident des Personal-Verbandes der Polizei BaselLandschaft. Gemäss Informationen des «Sonntags» wollte die CVP Lauber bis 2015 ohnehin als Zwick-Nachfolger aufbauen. Nun kommt er wohl schon früher zum Einsatz.

Entscheidet sich die CVP für seine Kandidatur, ist die Ausgangslage für die Mittepartei günstig. Denn entgegen den Szenarien, die von den Zeitungskommentatoren gestern Samstag entworfen wurden: Die CVP profitiert in jedem Fall.

Gewinnt SVP-Kandidat Thomas Weber, kann die CVP bei der Ersatzwahl von Peter Zwick auf die geschlossene Unterstützung der Bürgerlichen zählen. Gewinnt SP-Kandidat Eric Nussbaumer, kann die CVP mit den Stimmen der Linken rechnen. Das wäre insbesondere dann nützlich, wenn die SVP auch bei der Ersatzwahl von Peter Zwick antreten würde.

FDP-Präsidentin Christine Frey und SVP-Präsident Oskar Kämpfer halten sich bezüglich ihrer Überlegungen bedeckt. Der CVP kann es egal sein. Sie kann ihren Kandidaten ins Rennen schicken, auch wenn der zweite Wahlgang noch nicht entschieden ist. Die Chancen, als Gewinnerin dazustehen, sind in jedem Fall gross. Erfolg dank Kompromissbereitschaft. Oder Opportunismus. Oder einer guten Mischung. Aber das spielt dann keine Rolle.