Marathon
Damit beim Laufen das Herz nicht stehen bleibt

Sport kann nicht nur gesund, sondern auch sehr gefährlich sein. Plötzliche Herztode sind weitverbreitet. Die bz erklärt, wann solche auftreten, wen es treffen und was man dagegen tun kann.

Céline Feller
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Fabrice Muamba von den Bolton Wanderers brach 2012 auf dem Spielfeld zusammen.

Fabrice Muamba von den Bolton Wanderers brach 2012 auf dem Spielfeld zusammen.

Keystone

Marc-Vivien Foé war einer von ihnen, Antonio Puerta und Dani Jarque ebenfalls. Sie alle waren junge Spitzensportler, die einen plötzlichen, unerwarteten Herztod starben. Doch eigentlich ist der plötzliche Herztod nicht überraschend. Er ist erschreckend weitverbreitet - und dies nicht nur bei Menschen, deren Beruf der Sport ist, sondern auch bei sonstigen aktiven Leuten.

Persönlicher Versuch

Die bz-Mitarbeiterin Myriam Born wird dieses Jahr am Basel Marathon teilnehmen. Sie bereitet sich mit der Seminarreihe auf den Lauf vor. Als Erstes absolvierte sie einen 12-Minuten-Lauf, anhand dessen werden die Experten für Sie einen Trainingsplan zusammenstellen. «Du musstest so rennen, dass du an deine Grenzen kommst. Es ist einigermassen gut gegangen. Am Ende bin ich zwischen 2000 und 2500 Meter gelaufen», berichtet Born nach dem Lauf. (cfe)

Insbesondere nach dem 40. Lebensjahr steigt das Risiko eines plötzlichen Herztodes nicht nur bei Wettkampf-Sportlern, sondern bei jedermann.

Wie eine französische Studie kürzlich aufgezeigt hat, werden solche Tode am meisten in den Sportarten Rad fahren, Joggen und beim Fussballspielen erlitten. Letzteres wurde auch Foé, Puerta und Jarque zum Verhängnis. Dass ausgerechnet diese drei Sportarten die meisten Todesfälle aufweisen, ist nicht erstaunlich. Über 50 Prozent aller Fälle kommen nämlich bei Sportarten mit mittlerer Intensität zustande. Zu dieser Kategorie zählen laut Experten just die erwähnten drei Sportarten.

Die Ursachen sind meist Veränderungen der Herzmuskulatur, Herzfehler oder Herzrhythmusstörungen - oft bleiben sie aber auch ungeklärt. Da die Überlebenschancen mit lediglich 15,7 Prozent sehr gering sind, wird ein prophylaktisches Elektrokardiogramm, kurz EKG, empfohlen - und zwar in allen Altersgruppen.

Aus einer solchen Herzspannungskurve können beispielsweise die Herzfrequenz, der Herzrhythmus, die Aktivitäten der Herzkammern oder eventuell vorhandene Störungen abgelesen werden. Trifft Letzteres zu, ist Sport nicht gesund, sondern tödlich. Normalerweise reicht ein Ruhe-EKG völlig aus, um das Notwendigste zu kontrollieren.

Bei Männern über 45 Jahren, Frauen über 55 oder in jedem Fall, wenn zwei oder mehr Risikofaktoren wie Diabetes, hoher Blutdruck oder Rauchen vorhanden sind, empfiehlt sich ein sogenanntes Belastungs-EKG. Egal, ob Probleme vorhanden sind oder nicht, eine Untersuchung sollte alle fünf Jahre durchgeführt werden, ab dem 55. Lebensjahr alle zwei Jahre.

Am 28. September findet der fünfte IWB Basel Marathon statt. In einer Seminarreihe bereitet das Departement für Sport, Bewegung und Gesundheit der Universität Basel Interessierte für den Lauf vor. Die bz begleitet diese Seminare in Form einer Serie.

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