Sissach
Daniel Stocker gewinnt Gemeinderatswahl im Fotofinish

Spannender hätte es kaum sein können: Daniel Stocker (50, parteilos) schlägt seinen Gegenkandidaten Johann Rudolf Gunzenhauser (68, FDP) mit 818 zu 816 Stimmen. Obwohl es nur um eine Gemeinderatswahl ging, lag die Stimmbeteiligung bei 38,6 Prozent.

Andreas Hirsbrunner
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Daniel Stocker (links) schlägt seinen Gegenkandidaten Johann Rudolf Gunzenhauser mit 818 zu 816 Stimmen.

Daniel Stocker (links) schlägt seinen Gegenkandidaten Johann Rudolf Gunzenhauser mit 818 zu 816 Stimmen.

Herr Stocker, wie erklären Sie sich dieses überraschende Resultat?

Daniel Stocker: Für mich war der erste Wahlgang mit meinem Rückstand eine Überraschung und ich erwartete, dass es jetzt eng wird. Dass ich nun vorne liege, hat mit meiner Schlussoffensive zu tun, in der ich auch mit vielen Leuten, die ich zuvor nicht gekannt hatte, Einzelgespräche geführt habe. Sicher nicht geschadet hat auch, dass mich im zweiten Wahlgang «Stechpalme» und SP unterstützt haben. Aber das zu analysieren, überlasse ich Spezialisten.

Sind Sie als ehemaliger Freisinniger heute überhaupt noch bürgerlich?

Ich bin Unternehmer und ein liberal denkender Mensch und werde in meinem Herzen immer ein Bürgerlicher bleiben. Ökologie und soziale Themen sind heute nicht nur links-grüne Anliegen, schon gar nicht in einem Dorf.

Was machen Sie, dass Sie im links-grün dominierten Gemeinderat nicht untergehen?

Als Einzelmaske ist es immer schwierig. Ich bin jetzt seit 1992 in Sissach politisch aktiv und meine Erfahrung ist: Wenn man etwas erreichen will, muss man sich einbringen und diskutieren. Nur so kann man andere zum Nachdenken bringen oder vielleicht sogar überzeugen.

Gibt es Bereiche, bei denen Sie eine Kursänderung des Gemeinderates anstreben?

Im Moment sehe ich keinen Handlungsbedarf. Ich muss mich jetzt zuerst einarbeiten.

Das dominierende Thema ist in Sissach derzeit die Kunsteisbahn. Sie haben bis jetzt in der Öffentlichkeit dazu geschwiegen. Wo stehen Sie in dieser Auseinandersetzung zwischen einem eher bremsenden Gemeinderat und einem Komitee mit gezündetem Turbo?

Ich bin Curler und für mich ist wichtig, dass es möglichst rasch wieder Eis gibt. Dass der Gemeinderat verzögert, ist eine Behauptung des Komitees. Man muss sehen, dass er nicht wie ein Unternehmer von heute auf morgen entscheiden kann, sondern in einen Prozess eingebunden ist, dessen Lösung am Ende wasserdicht sein muss. Sonst ist alles anfechtbar. Ich kann die Details aber nicht beurteilen, weil ich nicht der Begleitkommission angehöre.

Hat die Auseinandersetzung um die Kunsti die Wahlen beeinflusst?

Ja. Ich glaube, der Kampf mit dem Zweihänder hat dem Komitee und damit Herrn Gunzenhauser eher geschadet.

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