Humortage Liestal
Daniel Ziegler ist der Primeur der Humortage Liestal: «Ich kann schon lachen»

Der Komiker Daniel Ziegler eröffnet morgen den viertägigen Anlass im Kantonshauptort. Im Interview verrät er wie sein Programm entstand und was er von Kleinkunst-Acts mit Musik hält.

Simon Tschopp
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Für Daniel Ziegler ist klar: «Musik ohne Humor ist für mich tote Musik.»

Für Daniel Ziegler ist klar: «Musik ohne Humor ist für mich tote Musik.»

Hansruedi Aeschbacher

Herr Ziegler, Sie kommen morgen Donnerstag vom bäuerlichen Appenzell-Ausserrhoden ins mondäne Liestal. Bereiten Sie sich dafür speziell vor?

Daniel Ziegler: Nein, ich trete mit dem Programm auf, das ich überall spiele. Unabhängig davon, ob auf dem Land oder in einer Stadt.

Was dürfen wir Baselbieter von Ihnen erwarten?

Ich entführe sie in die Welt der Musik, im weitesten Sinn. Dabei erkläre ich, wie das abläuft und welche Tricks es gibt, dass die Hitparade immer gleich tönt. Und mit meiner Figur komme ich immer wieder auf ein Gleis, wo ich mich verhasple und selber nicht mehr richtig weiss, was ich sagen wollte. Es gibt eine richtig humoristische Art Musikstunde.

Bekannt sind Sie bisher von gemeinsamen Auftritten mit Kabarettist Simon Enzler – auch er ein Appenzeller – oder durch die frühere TV-Comedy-Show «Giacobbo/Müller». Ihre Ausstrahlung ähnelt einem Kühlschrank. Treten Sie in Liestal fröhlicher auf?

Ich kann schon lachen, das werden die Leute auch sehen. Durch das 100-minütige Programm kann ich viel mehr von meiner Figur zeigen, die nicht nur ruhig und zurückhaltend ist wie in einem kurzen Spot im Fernsehen.

Aber klar ist, dass ich diese Figur nicht einfach wegwerfe und neu erfinde. Sie hat ganz witzige, aber auch traurige Momente. Die Leute können sich darauf freuen, einen etwas anderen Dani Ziegler zu sehen, als sie ihn vielleicht vom Fernsehen her kennen.

Ihr Programm heisst «Bassimist». Sie spielen E-Bass-Gitarre und sind laut Ihrer Homepage auf diesem Instrument ein Ausnahmekönner. Sind Sie das wirklich?

Äh, ich habe solche Begriffe nicht so gerne. Den Ausnahmekönner und den Besten, glaube ich, das gibt es gar nicht. Man ist nie der Beste. Ich kenne viele andere Bassisten, die genauso gut oder noch besser sind. Deshalb bezeichne ich mich nicht als Ausnahmemusiker. Ich würde sagen, ich präsentiere den Bass so, wie man ihn vielleicht nicht kennt. Dieser ist gewöhnlich das Begleitinstrument in einer Band, ich brauche den Bass als Soloinstrument. Das zeichnet mich aus.

Wie gelangte denn die Bezeichnung «Ausnahmemusiker» auf Ihre Homepage?

Keine Ahnung. Das wird mal irgendeine Bemerkung gewesen sein.

Wie ist Ihr erstes Soloprogramm entstanden?

Im stillen Kämmerlein, bei mir im Proberaum. Ich habe mich ganz bewusst hingesetzt, habe geschrieben und probiert. Klassisch, wie man ein Programm schreibt.

Sie sind nicht nur ein hervorragender Bassist, sondern haben auch einen exzellenten Humor. Das ist eine Mischung, von der man sonst nur träumen kann.

Ehrlich zugegeben, das ist etwas, was ich vielfach vermisst habe. Wenn ich andere Acts schaue, die Musik beinhalten, gerade in der Kleinkunst, hat es mich schon länger gedünkt, dass die Musik stiefmütterlich behandelt worden ist. Man ist rasch der Ansicht gewesen, es reiche, wenn man ein wenig Klavier spiele oder Handörgele. Mein Ziel ist, dass Musik und Humor auf gleichem Niveau sind und in beidem gleichviel Herzblut drinsteckt. Denn das gehört zusammen. Musik ohne Humor ist für mich tote Musik.

In einem Video auf Ihrer Homepage äussern sich Zuschauer, die Ihr Programm gesehen haben, sehr lobend. Werden Sie auch die Besucher der Humortage Liestal fesseln können?

Das hoffe ich schwer und ist mein Hauptziel. Bis jetzt bin ich sehr zufrieden mit meinen Auftritten. Das macht Spass. Ich will das Publikum unterhalten und begeistern. Dieses ist immer anders. Ich stelle vor allem Unterschiede fest zwischen Stadt und Land, weniger zwischen Regionen.

Wie erklären Sie sich das?

In Städten läuft mehr, dort ist mein Auftritt ein Angebot unter vielen. In einem kleineren Ort auf dem Land ist er vielleicht das, was an diesem Abend läuft. Sehr schön ist für mich immer Basel – im Fauteuil und im Tabourettli, schon mit Simon Enzler zusammen war das so. Was Musik anbelangt, ist das Bernbiet spitze. Dort sind die Leute musikaffin. Vermutlich von der Kultur her, was sie an Musikern haben und wie sie das zelebrieren.

Haben Sie schon ein zweites Soloprogramm in petto?

Nein. Derzeit bin ich vollständig mit «Bassimist» absorbiert und damit sicher noch bis Anfang 2019 unterwegs. Jetzt geniesse ich mal dieses Programm. Dabei kann ich viel lernen und Erfahrungen sammeln, wenn ich alleine unterwegs bin. Was danach kommt, ist völlig offen. Aber so wie ich es einschätze, wird es ein zweites Programm geben.